Wegen Iran-Krieg: Superreiche reissen sich um Villen am Zürichberg

Die aktuelle Weltlage zieht mehr Superreiche in die Schweiz. Das Bedürfnis nach Sicherheit spielt dabei eine viel grössere Rolle als die Immobilienpreise.

Das Wichtigste in Kürze
- Die geopolitischen Spannungen sorgen dafür, dass mehr Reiche in die Schweiz ziehen.
- Vor allem exklusive Lagen, darunter der Zürichberg, sind sehr beliebt.
- Dabei verschiebt sich der Fokus. Die Sicherheit scheint wichtiger als der Immobilienpreis.
Wer diese Tage durch die ruhigen Strassen am Zürichberg spaziert, sieht gepflegte Hecken, schwere Tore, diskrete Zufahrten. Diese Idylle wirkt fast schon unberührt von der aktuellen Unruhe der Welt.
Und doch hat sich hinter diesen unscheinbaren Mauern etwas verschoben. Denn während Konflikte, Krisen und geopolitische Spannungen das Weltgeschehen dominieren, wächst bei Vermögenden ein zentrales Bedürfnis: Jenes nach Sicherheit.
Diese Sehnsucht lenkt den Blick zunehmend auf die Schweiz. Christian Haupt von der Haupt Immobilien AG spürt diese Entwicklung deutlich.
«Wir haben aus der ganzen Welt Anfragen», sagt er gegenüber Nau.ch. Die volatile Weltlage ziehe mehr Reiche und Superreiche ins Land.
«Die Schweiz rückt wieder in den Fokus»
Besonders im hochpreisigen Segment sei die Bewegung spürbar. «Wir verzeichnen eine deutlich höhere Nachfrage», erklärt Haupt.
Die Sicherheit – was früher als selbstverständlich galt – wird nun zum entscheidenden Argument. «Die Schweiz rückt nun wieder in den Fokus, die Sehnsucht nach Sicherheit ist spürbar gewachsen.»
Es gehe um Stabilität, um Lebensqualität und um die zentrale Lage im Herzen Europas. Es ist ein historisches Bild, das nun wieder an Bedeutung gewinnt: Die Schweiz als sicherer Hafen.
«Viele haben immer noch diese Ansicht einer heilen Welt, die man zelebriert», sagt Haupt. Lange sei das Land im Vergleich zu Metropolen wie London fast etwas langweilig erschienen. «Nun wird die Sicherheit zu einem wichtigen Standpunkt.»
Die Nachfrage steigt – unabhängig vom Preis
Diese Entwicklung beschränkt sich längst nicht nur auf Luxusobjekte. Zwar stehen Villen mit zweistelligen Millionenpreisen besonders im Fokus. Doch die Bewegung gehe durch alle Segmente.
«Die geopolitische Lage erhöht die allgemeine Nachfrage. Das ist jedoch vom Kunden- und Preissegment unabhängig», so Haupt.
Wer genau solche Immobilien kauft, lässt sich kaum festmachen. «Es ist insgesamt sehr interkontinental», sagt der Immobilienexperte. Die Anfragen kämen «aus der ganzen Welt», eine klare regionale Zuordnung gebe es nicht.
Aber: «Unsere Kundschaft besteht mehrheitlich aus dem EU- und Efta-Raum sowie aus Schweizer Staatsbürgern», sagt Haupt. Zum Efta-Raum gehören ausser der Schweiz auch Island, Liechtenstein und Norwegen.
Gleichzeitig sei es gut möglich, dass vermögende Interessenten aus anderen Regionen die Schweiz zunehmend ins Auge fassen. Diese müssen eine Bewilligung gemäss dem Bundesgesetz «Lex Koller» erhalten.
Das heisst: Für ausländische Käufer gelten in der Schweiz strenge Regeln. Wer hier eine Immobilie erwerben will, braucht in vielen Fällen eine staatliche Bewilligung.
Exklusive Lage spielt eine grosse Rolle
Konstant bleibt hingegen eines: Die Attraktivität der Toplagen. 25 bis 30 Gemeinden in der Deutschschweiz seien immer wieder im Gespräch. Dazu zählen Ortschaften rund um den Zürichsee, am Vierwaldstättersee oder am Zugersee.
Konkrete Beispiele lassen sich am Zürichberg schnell finden. Mehrere Kaufobjekte sind derzeit für zweistellige Millionenbeträge ausgeschrieben.
Darunter auch eine imposante Stadtvilla für rund zehn Millionen Franken, die von der I&M Immobilien AG verkauft wird.
00:00 / 00:00
Die exklusive Lage am Zürichberg spielt eine grosse Rolle bei solchen Objekten, erklärt Haupt. «Diese ist sehr gesucht bei vielen Interessenten, vor allem bei denjenigen aus dem Ausland.»
Sicherheit ist wichtiger als Prestige
Auffällig ist, dass sich der Fokus verschiebt. Der Preis allein scheint für viele nicht mehr das entscheidende Kriterium zu sein.
«Ich glaube nicht, dass die geopolitische Lage die Preise erhöht», sagt Haupt. Der Markt im Luxussegment sei ohnehin «sehr subjektiv».
Was sich hingegen verändert, ist die Haltung der Käufer. Ihre Motivation drehe sich zunehmend um Sicherheit, Stabilität und Planbarkeit.
Die imposanten Immobilienobjekte sind kaum mehr nur ein Statussymbol. Sie gelten als Rückzugsort, wenn die geopolitische Lage wieder einmal aus den Fugen zu geraten scheint.










