Trotz Unterbesetzung! Stellenabbau bei Winterthurer Stadtpolizei

Die Stadtpolizei Winterthur ist im Vergleich zu Zürich dünn besetzt. Nun streicht der Stadtrat acht sogenannte FCW-Stellen.

Der Winterthurer Stadtrat will acht der 12,7 Stellen streichen, die im Zusammenhang mit dem Aufstieg des FCW bewilligt, aber nie besetzt wurden. Dies, obwohl die Stapo mit gravierendem Personalmangel kämpft und die Winterthurer Polizeidichte pro Einwohner deutlich hinter jener der Stadt Zürich liegt.
Die Redaktion hat Stadtrat Andreas Geering, Vorsteher des Departements Sicherheit und Umwelt, und damit zuständig für die Belange der Stadtpolizei, entsprechend befragt.
Redaktion: Der Stadtrat will aus Spargründen den Grossteil der Polizeistellen abbauen, die einst im Zusammenhang mit dem FCW-Aufstieg bewilligt wurden – die erste grosse Herausforderung für Sie als Stadtrat?
Andreas Geering: Es ist in der Tat eine Herausforderung gleich zu Beginn meines Amtsantritts mit dem Abstiegs des FCW und der Frage nach den damals gebunden erklärten Stellen konfrontiert zu sein. Der Stadtrat will acht FTE (vollzeitbeschäftige Arbeitskräfte) reduzieren.

Dabei handelt es sich um acht der 12,7 Stellen, die im Rahmen des Aufstiegs des FCW gebunden bewilligt wurden. Es ist also nicht eine Sparübung, sondern eine Reaktion auf den Abstieg des FCW.
Redaktion: Wie können oder wollen Sie dagegenhalten?
Geering: Mit dem Abstieg des FCW entfallen gewisse Aufgaben bei der Stadtpolizei. In anderen Bereichen ist das Korps stark gefordert. So erfolgt beispielsweise ein Stellenaufbau von einem FTE im Bereich häusliche Gewalt.
Als Vorsteher des Departements Sicherheit und Umwelt werde ich mich dafür einsetzen, dass die Stadtpolizei die Ressourcen erhält, die sie braucht, um den Sicherheitsauftrag zu erfüllen.
Redaktion: Müssten die erwähnten Leute entlassen und falls der FCW nächstes Jahr aufsteigen würde, wieder Polizisten eingestellt werden?
Geering: Die Reduktion erfolgt über die Fluktuation. Entsprechend wird keine Polizistin, kein Polizist und auch keine bei der Stadtpolizei zivil angestellte Person aufgrund dieser Stellenreduktion entlassen.
Das Beispiel FCW-Stellen zeigt die Herausforderung, wenn der Soll-Bestand der Polizei an Kurz- und Mittelfristereignissen festgemacht wird. Der Sollbestand der Stadtpolizei sollte so definiert sein, dass Schwankungen in der Arbeitsbelastung jederzeit aufgefangen werden können.
Redaktion: Man will offensichtlich nicht, dass bei der Stadtpolizei nach Jahren mit immer wieder schwierigen Phasen auch unter Ihnen einmal Ruhe einkehren kann?
Geering: Mein Ziel ist eine Stadtpolizei, die in Winterthur ihren Sicherheitsauftrag wahrnehmen kann. Dazu muss sie adäquates Material haben und personell stabil aufgestellt sein.

Polizistinnen und Polizisten sollen in der sechstgrössten Stadt der Schweiz eine Arbeitslast haben, die unter normalen Arbeitsbedingungen geleistet werden kann. Nur so kann der Sicherheitsauftrag langfristig abgedeckt werden, ohne dass Polizeiangehörige krank werden oder aussteigen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.








