Teenie-Einbrecher in Zürich kommen am helllichten Tag!

Einbrecher kommen nicht nur nachts im Dunkeln. Aufmerksamkeit und guter Schutz können in der Stadt Zürich entscheidend sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Zuletzt kam es im Kanton Zürich zu zahlreichen Einbrüchen.
- Auffällig: Die Einbrecher warten oft nicht auf die Nacht, sondern kommen am helllichten Tag.
Kürzlich an einem Montagvormittag an der Zellerstrasse in Zürich-Wollishofen: Eine Nachbarin beobachtet, wie zwei Personen über einen Balkon in eine Wohnung eindringen. Sie alarmiert umgehend die Stadtpolizei Zürich.
Mehrere Patrouillen rücken aus und umstellen das Gebäude. Wenig später werden zwei mutmassliche Einbrecher festgenommen – auf frischer Tat. Der Fall zeigt, dass Einbrecher nicht auf die Nacht warten.
Auch am helllichten Tag geraten Wohnungen und Geschäftsräume ins Visier. Der Vorfall an der Zellerstrasse ist kein Einzelfall. In den vergangenen Wochen kam es im Kanton Zürich zu weiteren Einbrüchen. In Schlieren nahm die Polizei vier Jugendliche fest.
Die 13- und 14-Jährigen sollen in eine Gewerbeliegenschaft eingebrochen sein. In Elsau wurden ebenfalls Jugendliche festgenommen, nachdem sie zuvor in Garagenbetriebe eingebrochen waren.
Mitten in der Stadt, am Bleicherweg, kam es kürzlich zu einem Rammbock-Einbruch in ein Luxus-Secondhand-Geschäft. Letztes Jahr wurden in der Stadt Zürich 2266 Einbruchdiebstähle registriert.
Im Vorjahr waren es noch 2815 Fälle. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben gemäss Polizei gezielte Aktionen gegen organisierte Banden sowie verstärkte Präventionskampagnen.
Besonders viele Einbrüche werden in der Stadt Zürich, am linken Zürichseeufer sowie in vermögenden Vorortsgemeinden registriert. Die Zeit zwischen Oktober und Dezember gilt als besonders einbruchsreich.
An Heiligabend und Silvester werden etwa doppelt so viele Einbrüche registriert wie an gewöhnlichen Tagen. Häufig sind es kleine Hinweise, die verraten, dass niemand zu Hause ist: Ein überfüllter Briefkasten oder eine dauerhaft dunkle Wohnung.
Die Polizei rät dringend, Türen und Fenster auch bei einer kurzen Abwesenheit zu verriegeln. Balkon- und Terrassentüren sowie Fenster sollten niemals offen oder gekippt bleiben.

Bei längerer Abwesenheit können Zeitschaltuhren oder automatische Lichtsteuerungen dafür sorgen, dass die Wohnung bewohnt wirkt. Auch Nachbarn können helfen, indem sie den Briefkasten leeren und ein Auge auf die Wohnung haben.
Digitale Schliess-Systeme
Wer sein Zuhause zusätzlich schützen möchte, hat heute viele Möglichkeiten. Die Bandbreite reicht vom klassischen Bartschloss über selbstverriegelnde Schlösser bis hin zu modernen Motorschlössern.
Zutrittsberechtigungen können heute über mechanische oder elektronische Schlüssel, Zahlencodes, das Handy, Fingerprint, Venen-Scanner oder Gesichtserkennung erfolgen.
Wichtig sei eine seriöse Beratung, welche die Bedürfnisse der Kundschaft abdecke, betont Experte Rolf Hirt von Hirt-Sicherheitstechnik, einem Familienbetrieb mit über 100-jähriger Firmengeschichte im Zürcher Seefeld. Gerade in Ballungszentren sei die Nachfrage nach Sicherheitstechnik grösser als auf dem Land, wo sich die Nachbarn kennen und aufeinander achten.
Die Polizei rät davon ab, selbst einzugreifen. Verdächtige Personen oder ungewöhnliche Vorgänge sollten möglichst genau beobachtet und umgehend über die Notrufnummer 117 gemeldet werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








