Stadt Zürich

Steigt auch in der Schweiz die Skepsis gegenüber KI?

Nico Leuthold
Nico Leuthold, Vivian Balsiger

Zürich,

Praktischer Helfer oder Risiko für Jobs, Denken und Kontrolle? Künstliche Intelligenz ist längst überall – und spaltet die Gemüter.

00:00 / 00:00

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz sorgt für hitzige Debatten. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Die künstliche Intelligenz ist in unserem Alltag präsenter denn je.
  • Viele sehen sie als Hilfe, andere stehen ihr skeptisch gegenüber.
  • Gerade in den USA ist die Angst gross – und die Gewaltbereitschaft nimmt zu.

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie ist mitten im Alltag angekommen. Für die einen ist sie ein echter Gamechanger: Schneller, einfacher, effizienter. Für andere bleibt sie ein grosses Fragezeichen – oder sogar ein Grund zur Sorge.

In den USA kippt die Stimmung bereits spürbar. Laut einer aktuellen Stanford-Studie fühlen sich 64 Prozent der Menschen unsicher oder skeptisch gegenüber KI. Deutlich mehr als im weltweiten Schnitt von 52 Prozent.

Im Nau.ch-Video wird deutlich, wie unterschiedlich der KI-Boom hierzulande wahrgenommen wird: Menschen aus verschiedenen Generationen erzählen offen, wo sie Chancen sehen – und wo ihnen die Entwicklung eher Bauchschmerzen bereitet.

Der 21-jährige Medizinstudent Christoph zum Beispiel nutzt KI zum Lernen. Sein Fazit ist nüchtern: «Es macht vieles einfacher.»

Auch Joseph (28) setzt auf KI – etwa bei Umbauarbeiten. Trotzdem bleibt er auf Distanz: Er vertraut lieber seinem «eigenen Kopf».

Ganz anders Beatrice (64): Sie selbst nutzt keine KI. Ihr Eindruck: Die Technologie steckt noch «in den Kinderschuhen».

Ihr Mann, Philosoph und Buchautor, arbeitet jedoch damit – und sie sieht Chancen: «Er kann aber auch besser nachforschen und prüfen, ob das, was die KI sagt, auch halbwegs der Wahrheit entspricht.»

«Keine Sorgen»

Trotzdem bleibt sie gelassen: «Mir macht das gar keine Sorgen.» Die Menschen, die KI nutzen wollen, würden damit umgehen können.

Verena (68) kommt als Google-Nutzerin ohnehin kaum mehr an KI vorbei. Die Antworten im Suchfeld seien längst KI-generiert.

Sie blickt kritischer auf die Entwicklung. Ihre Sorge richtet sich vor allem an die junge Generation. Diese könnte verlernen, «selbst zu denken» – und Informationen einfach ungefiltert übernehmen.

ki
Für Verena und Urs ist ein bewusster, gesunder Umgang mit KI entscheidend für die Zukunft. - Nau.ch

Auch Urs (76) nutzt KI – begegnet der Technologie jedoch mit Respekt. KI sei keine «Eintagsfliege», meint er: «Sie wird uns im Alltag immer stärker begleiten.»

Wichtig sei der notwendige Respekt im Umgang mit dem Tool. Und «menschliche Vernunft».

Joseph hingegen warnt deutlicher: «Das kann auch gefährlich sein für die Zukunft»: Besonders durch manipulierte Inhalte auf Plattformen wie Instagram, die immer schwerer zu durchschauen seien.

Macht dir die Künstliche Intelligenz Sorgen?

Auch Christoph bleibt nachdenklich. KI-generierte Bilder, die derzeit für Schlagzeilen sorgen, geben ihm ein «mulmiges Gefühl». Angst habe er aber nicht – auch nicht um seinen späteren Beruf in der Medizin: KI werde sicher «eingebunden», aber dass sie ihm seinen Job streitig machen könnte, kann er sich nicht vorstellen.

Skepsis gegenüber KI wächst

Während hierzulande also noch diskutiert wird, sitzen in den USA die Sorgen tief: Viele Amerikaner erwarten Jobverluste durch KI. Fast zwei Drittel glauben, dass die Technologie in den nächsten 20 Jahren massenhaft Arbeitsplätze vernichten könnte.

altman
Sogar der OpenAI-Chef Sam Altman hat Verständnis für die wachsende Angst vor Künstlicher Intelligenz. - keystone

Und selbst in der Tech-Welt wird der Ton ernster. OpenAI-Konkurrent Anthropic-CEO Dario Amodei warnt inzwischen offen vor möglichen massiven Jobverlusten im Bürobereich.

Haus von OpenAI-Chef angegriffen

Und die Spannungen nehmen zu: Das Haus von OpenAI-Chef Sam Altman wurde in San Francisco innerhalb weniger Tage zweimal angegriffen – mit Brand- und Schussattacken. Ermittler sprechen von einem brisanten Motiv: KI-Hass.

Der OpenAI-Chef selbst reagiert verständnisvoll: KI werde eine der grössten Umwälzungen der Menschheitsgeschichte sein – mit Chancen, aber auch massiven Spannungen.

Mehr aus Stadt Zürich

Mann Pistole
12 Interaktionen
Zürich
7 Interaktionen
Zürich

Mehr aus Zürich

Takeda
1 Interaktionen
Standort in Opfikon
Michael Schmid (AL)
6 Interaktionen
Michael Schmid (AL)