Stadtpolizei Zürich warnt vor sich häufender Betrugsmasche

Mit Billigwaren lenken Trickdiebe ihre Opfer ab und entwenden dabei deren wertvollen Schmuck. Die Stadtpolizei warnt vor dieser Betrugsmasche.

Ein freundliches Wort, eine scheinbar grosszügige Geste – und plötzlich ist der wertvolle Schmuck weg. Mit einer perfiden Masche bringen Trickdiebe Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher um ihre Kostbarkeiten.
Die sogenannten Kettentrickdiebstähle sind nicht neu, haben sich in der Stadt Zürich zuletzt aber gehäuft. Seit Anfang Jahr gingen bereits rund 30 entsprechende Meldungen bei der Polizei ein.
Erst kürzlich wurde eine 90-jährige Zürcherin Opfer dieser Betrugsmasche. Sie war laut Polizeimeldung auf dem Trottoir an der Rautistrasse unterwegs, als neben ihr ein Auto anhielt.
Eine Frau stieg aus und erkundigte sich nach dem Weg zu einer Apotheke. Während des Gesprächs steckte sie der Rentnerin einen Fingerring an und bot ihr eine Halskette als Geschenk an.

Was wie eine nette Geste wirkte, war allerdings ein Ablenkungsmanöver. Denn währenddessen gelang es der Täterin, unbemerkt die wertvollere Kette zu entwenden, welche die Rentnerin bereits trug.
Noch am selben Tag kam es bei der Örtlichkeit «In der Ey» in Altstetten zu einem beinahe identischen Vorfall. Ein Passant beobachtete das Geschehen und alarmierte die Polizei.
In der Folge konnten die mutmasslichen Täter, ein 34-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau aus Rumänien, festgenommen werden. Bei ihnen stellte die Polizei diverse goldfarbene Ketten und Fingerringe sicher.
Die beiden wurden für weitere Abklärungen der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt. Die Stadtpolizei geht davon aus, dass hinter beiden Fällen dieselbe Täterschaft steckt. Seither wird abgeklärt, ob die Festgenommenen auch für weitere Delikte infrage kommen.
Ablenkung durch Kontakt
Das Vorgehen folgt laut der Stadtpolizei meist demselben Muster: Die Täter sprechen ihre Opfer unter einem Vorwand an und fragen beispielsweise nach dem Weg.
Für die erhaltene Auskunft bedanken sie sich anschliessend auffallend überschwänglich und suchen dabei gezielt Körperkontakt. Als vermeintliches Zeichen der Dankbarkeit legen sie ihren Opfern billigen Schmuck an, insbesondere Halsketten oder Armbänder.
Während die Aufmerksamkeit auf das vermeintliche Geschenk gelenkt ist, entwenden die Täter unbemerkt den echten Schmuck. Oft stellen die Geschädigten den Diebstahl erst später fest.
Die Stadtpolizei Zürich rät:
• Lassen Sie sich von unbekannten Personen keinen Schmuck anlegen und geben Sie Ihren eigenen Schmuck niemals aus der Hand.
• Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen Fremde zu nahe kommen, und wahren Sie Abstand.
• Tragen Sie wertvollen Schmuck in der Öffentlichkeit, wenn möglich, verdeckt.
• Achten Sie auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge in Ihrer Umgebung.
• Holen Sie Hilfe, wenn Sie sich bedrängt oder unsicher fühlen.
• Melden Sie versuchte oder vollendete Diebstähle umgehend der Polizei.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.





