Schweizerin beschimpft auf Italien-Car-Reise Hotelpersonal

Eine Seniorin aus Zürich sorgt auf einer Gruppen-Car-Reise durch Italien für Kopfschütteln – der Chauffeur kassiert gar einen Rüffel vom Hotel.

Das Wichtigste in Kürze
- Aufreger in den Herbstferien: Eine Zürcherin benimmt sich auf einer Car-Reise auffällig.
- Beim Check-in im Hotel am Gardasee in Italien beschimpft sie gar das Hotelpersonal – dieses informiert den Chauffeur.
- Später beim Abendessen zeigt er sich aufgewühlt. Er habe noch nie eine Gruppe beten müssen, höflich zu bleiben.
Nau.ch-Leser Jeff H.* (62) freut sich: Er hat eine Car-Reise an den Gardasee in Italien gebucht. Gemeinsam mit seiner Frau will er von dort aus Verona und Venedig erkunden.
Am ersten Tag – H. steigt in Bern zu – werden die Gäste aufgeladen. Es steigen viele ältere Paare aus Luzern, Zürich der Ostschweiz und anderen Regionen ein. Ihm fällt zunächst nichts Aussergewöhnliches auf.
Doch damit ist gegen Abend Schluss, als die Gruppe beim Hotel La Perla in Garda ankommt. «Da bemerkten wir schon, dass sich einige etwas unflätig vordrängeln wollten, um möglichst zuerst den Zimmerschlüssel zu erhalten.»
Das Personal habe souverän reagiert und mitgeteilt, dass es die Schlüssel in der Reihenfolge der Namen auf seiner Liste verteile.
H. und seine Frau erhalten ihren Schlüssel früh – und erleben darum die Eskalation, die wenig später folgen soll, nicht mit.
«Unhöflich behandelt»
Doch beim Zmorge am nächsten Tag wird die Ferienstimmung jäh getrübt: Als alle sitzen, geht der Car-Chauffeur von Tisch zu Tisch.
«Er wirkte aufgewühlt und teilte uns mit, es habe eine Beschwerde gegeben. Das Hotelpersonal habe bei ihm reklamiert, es sei von seinen Gästen unhöflich behandelt und beschimpft worden», sagt H.
Für den Chauffeur eine Überraschung. «Er meinte, das sei ihm noch nie passiert. Etwas ungläubig bat er uns alle, höflich zu bleiben.»
Die Gruppe bleibt verdutzt zurück. Schnell wird getuschelt. «Ein anderes Paar, das die Szenen miterlebt hat, erzählte uns, es sei eine Seniorin aus Zürich gewesen.»
Worum es bei dem Konflikt mit dem Hotelpersonal genau ging, weiss er nicht. «Womöglich ging es ihr bei der Schlüsselabgabe nicht schnell genug.»
Jetzt, wo ihm erklärt wurde, wer ausfällig wurde, erinnert er sich: Die Zürcherin war auch diejenige, die sich am Vorabend vorgedrängelt hatte.
Rentnerin unterhält Car mit Sex-Sprüchen
Daraufhin geniesst Jeff H. seine Ferien. Die Reise sei wunderschön gewesen, schwärmt der Senior. Er und seine Frau nehmen an den freiwilligen Tagesausflügen teil, die das Reisecar-Unternehmen anbietet.
Nicht mit dabei: Die Zürcherin, über die sich das Hotelpersonal beim Chauffeur beschwert hatte.
Anders ist es bei einem späteren Ausflug. Dabei ist es im Car plötzlich deutlich lauter. «Diesmal war sie mit dabei – und benahm sich wieder auffällig», berichtet H.
«Am Nachmittag war sie betrunken und giftete ständig ihre Begleiterin an. Manchmal stritten sie sich lauthals, andere Male schienen sie sich zu verstehen, diskutierten aber ebenso laut über Sex. Inklusive Details, die ich lieber nicht gehört hätte», klagt er.
Auch andere Gäste hätten sich durch sie gestört gefühlt.
Zusammengefasst: «Es war einfach unflätig» und er hoffe, dass das Car-Unternehmen die Frau künftig nicht mehr als Gast mitnehme.
Car-Firma bedauert Zwischenfall – «Ausnahmeerscheinung»
Gebucht haben Jeff H. und seine Frau ihre Reise mit dem Aargauer Traditionsunternehmen Twerenbold. Dort bedauert man «dieses Fehlverhalten» der Frau, wie Sprecher Reto Wilhelm zu Nau.ch sagt.
Die Reisen des Anbieters sollen das Interesse an Kulturen und Menschen fördern und diese miteinander ins Gespräch bringen, erklärt er. «Dazu gehört auch der gegenseitige Respekt vor Mitreisenden, Gastgebern und Mitarbeitenden.»

Ob ihr unhöfliches Verhalten gegenüber dem Hotelpersonal Konsequenzen für die Zürcherin hat, bleibt unklar. Aus Datenschutzgründen will Twerenbold keine weiteren Details zum Zwischenfall nennen.
«Wir sind im direkten Gespräch mit dem Gast», sagt er aber. «Ausserdem stehen wir im Austausch mit dem Hotelbetrieb, mit dem uns eine langjährige vertrauensvolle Partnerschaft verbindet.»
Wilhelm betont: «Der Fall ist eine absolute Ausnahmeerscheinung.»
Das Hotel äussert sich auf Anfrage von Nau.ch nicht dazu.
*Name der Redaktion bekannt









