Stadt Zürich

Junger Unternehmer schwärmt von Zwei-Monate-Ferien

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

Thomas Kovacs arbeitet ein Jahr durch, um danach lange Ferien am Stück zu machen. Dies sei erholsamer, sagt der Zürcher Unternehmer und Millionär.

Ferien
Thomas Kovacs geniesst die Ferien in vollen Zügen – wenn er sie sich dann endlich nimmt. - zVg.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Ferien braucht Unternehmer Thomas Kovacs lange Zeit, um abzuschalten.
  • Erholsamer findet er es, alle Ferienwochen auf einmal zu nehmen.
  • Arbeitgeber gestatten dieses Modell nicht.

Kaum haben die Ferien angefangen, sind sie schon wieder vorbei. Dieses Gefühl kennt auch Thomas Kovacs. Allerdings nicht, weil er ein Arbeitsmuffel ist – im Gegenteil.

«Ich arbeite sehr gerne», sagt er zu Nau.ch. «Deshalb brauche ich meist eine bis zwei Wochen, um abzuschalten.»

Der 30-jährige Millionär baute bereits in jungen Jahren seine beiden Unternehmen auf. Er ist Geschäftsführer von «Amazing Toys», einem Shop für Sammelkarten und Comics, und betreibt den Finanzblog «Sparkojote».

«Für Workaholics die beste Methode»

Inzwischen hat Thomas Kovacs seinen Rhythmus umgestellt. «Dieses Jahr mache ich kaum Ferien», sagt der Zürcher. «Dafür mache ich 2027 wieder zwei Monate am Stück.»

Erstmals nahm er 2025 zwei Monate durchgehend Ferien. Dafür verzichtete er im Jahr zuvor auf seine fünf Wochen.

Im Mai und Juni weilte der Zürcher mit seiner Frau in Japan. «Diese Ferien waren viel erholsamer als die anderen.» Er habe sich langsam akklimatisieren und in das Land eintauchen können.

Würdest du auch lieber alle deine Ferien am Stück nehmen?

«Meist braucht es ja nur schon eine oder zwei Wochen, bis man in einem Land richtig ‹angekommen› ist.» Gleichzeitig müsse man schon wieder an die Abreise denken.

Aus den freien zwei Monaten habe er viel Energie und neue Ideen schöpfen können. «Lange Ferien am Stück sind für Workaholics die beste Methode, um abzuschalten», lautet sein Fazit mit einem Augenzwinkern.

Entspreche nicht dem Zweck von Ferien

Als selbständiger Unternehmer kann sich Thomas Kovacs die Ferien einteilen, wie es ihm passt. Beim Schweizerischen Arbeitgeberverband fällt das Modell jedoch durch.

Nach Schweizer Arbeitsrecht dienten Ferien der Erholung und seien grundsätzlich im laufenden Dienstjahr zu beziehen, sagt Daniella Lützelschwab. Sie ist Leiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht. Auch müssten mindestens zwei Ferienwochen zusammenhängend gewährt werden.

Der Arbeitgeber legt laut Lützelschwab den Zeitpunkt fest. Er berücksichtige aber die Wünsche der Arbeitnehmenden, soweit dies mit den Interessen des Betriebs vereinbar sei.

Das Modell verzichte vollständig auf Ferien und gewähre damit einen Bezug nur alle zwei Jahre. «Dies entspricht daher weder dem Zweck des Gesetzes noch der üblichen Praxis.»

Regelmässige Erholungszeiten sind aus Sicht der Arbeitgeber wichtig. «Denn sie fördern die Erholung und erhalten die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden.»

Lange Sommerferien oder Sprachaufenthalte

Grundsätzlich ist es Mitarbeitenden jedoch möglich, mehr als zwei Wochen am Stück dem Dolce Vita zu frönen.

Die Angestellten der Axa Schweiz können pro Jahr neben dem regulären Anspruch zwei zusätzliche Wochen unbezahlt beziehen. «Innerhalb dieser sieben Wochen gibt es grundsätzlich keine Begrenzung, wie lange am Stück jemand Ferien beziehen kann.» Dies sagt Mediensprecherin Joëlle Schmidt.

Während der Sommermonate beantragen laut Schmidt viele Mitarbeitende längere Abwesenheiten. Dies hänge häufig mit den Schulferien zusammen, da Eltern ihre Kinder während dieser Zeit betreuen wollten. «Längere Ferienabwesenheiten werden aber auch für Sprachaufenthalte, ausgedehnte Reisen oder Weiterbildungen beantragt», sagt Schmidt.

«Regelmässige Erholungspausen»

Die Swisscom registriert «vereinzelt» Anfragen von Mitarbeitenden, die mehrere Wochen am Stück ausspannen wollen. Pro Jahr können sie bis zu zehn zusätzliche Ferientage kaufen.

Eine Obergrenze für Ferien am Stück gebe es nicht, sagt Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Ferien sollten aber grundsätzlich in Absprache mit dem Team, dem Vorgesetzten und unter Berücksichtigung von betrieblichen Anforderungen bezogen werden.

Die Schweizerische Post empfiehlt ihren Mitarbeitenden, die Ferien über das Jahr verteilt zu beziehen. «So entstehen regelmässige Erholungspausen vom Arbeitsalltag», sagt Mediensprecher Patrick Stöpper.

Die Ferienplanung und -dauer werde von Fall zu Fall geprüft und erfolge in Abstimmung zwischen Mitarbeitenden, Führungspersonen und Teams. «Dabei werden sowohl die persönlichen Bedürfnisse als auch die betriebliche Situation berücksichtigt.»

Mehr aus Stadt Zürich

Zoo Zürich
2 Interaktionen
Fauler Hitze-Profi
Ngom GC
1 Interaktionen
Angebot zu gut
Kevin Spadanuda FC Zürich
6 Interaktionen
War zuletzt in Luzern
-
99 Interaktionen
In Zürich

Mehr aus Zürich

Winterthur
8 Interaktionen
Situation geklärt