SBB muss in Eglisau ZH wegen Lichtverschmutzung über die Bücher

Der Verein DarkSky, der sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt, gewinnt gegen die SBB: Das Bundesverwaltungsgericht ist zum Schluss gekommen, dass die geplante Perron- und Gleisfeldbeleuchtung für den Bahnhof Eglisau zu hell würde. Das störe Tiere und Pflanzen.

Für das Bundesverwaltungsgericht überwiegen bei der Beleuchtung für den Bahnhof Eglisau eindeutig die Interessen der Natur: Das Bundesinventar-Schutzgebiet «Untersee-Hochrhein» müsse ungeschmälert erhalten beziehungsweise «grösstmöglich geschont werden», heisst es im Urteil vom Mittwoch.
Es hob die Bewilligung für die geplante Perron- und Gleisfeldbeleuchtung deshalb auf und schickte das Ganze zurück ans Bundesamt für Verkehr. Nun müssen Bundesamt für Verkehr und SBB eine umweltverträglichere Lösung finden. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Es kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.
«Wichtig für die Arbeitssicherheit»
Die SBB planten, das Bahnhofsareal mit einer Farbtemperatur von 3000 Kelvin zu bestrahlen. Das sei wichtig für die Arbeitssicherheit. Bei wärmerem Licht könnte die Warnkleidung nicht mehr ausreichend erkennbar sein, so die SBB.
Für die Lichtverschmutzungsgegner von DarkSky ist dies jedoch viel zu hell. Sie forderten eine Begrenzung von maximal 2200 Kelvin, um die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen möglichst gering zu halten.
Der Verein zog deshalb vor Bundesverwaltungsgericht, das nun gleicher Meinung ist. Die Arbeitssicherheit lasse sich auch mit Lichtfarben unter 2700 Kelvin gewährleisten, schreibt das Gericht. Dafür seien vor allem Kriterien wie Beleuchtungsstärke und Gleichmässigkeit wichtig, nicht aber die Farbtemperatur.
Die SBB hatten das Projekt schon zu einem früheren Zeitpunkt etwas «abgedunkelt»: Sie boten an, mehrere Leuchten um 180 Grad vom Schutzgebiet wegzudrehen und mit Blendschutz auszustatten.






