Pfäffikon ZH verdoppelt Parkplatz-Preise – Einwohner hässig

Die Parkplätze am Pfäffikersee kosten neu teilweise das Doppelte. Ein Kaffee liege so nicht mehr drin, sagt ein Badegast. Die Gemeinde versteht den Unmut.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Parkplätze bei der Badi am Pfäffikersee werden massiv teurer.
- Die Preise sind in der neuen Saison teilweise doppelt so hoch wie bisher.
- Der Gemeindeschreiber versteht den Unmut und gibt Tipps für Alternativen.
Die neuen Parkplatzpreise trüben bei Pfäffikerinnen und Pfäffikern die Vorfreude auf die Badisaison. «Können sich Familien und Rentner kaum mehr leisten», beklagt sich eine Userin in einer lokalen Facebook-Gruppe.
Eine weitere Userin empört sich: «Finde ich krass plus Eintritt, da liegt ja nicht mal mehr ein Kaffee drin.»
Sämtliche Parkplätze in Pfäffikon ZH in der Nähe des Sees werden ab Mitte April teurer. Damit gleicht die Gemeinde die Parkplätze Badi Auslikon, Parkplätze Kastell, Strandbad Baumen und Schanz dem einheitlichen Mindesttarif an. Dies teilte die Gemeinde in ihrer Informationszeitung «Pfäffikerin» mit.
12 Franken statt fünf Franken
Das Parkieren wird je nach Dauer teilweise mehr als doppelt so teuer. Wer vier Stunden parkiert, bezahlt nicht mehr vier Franken, sondern acht Franken. Für einen Tag bezahlen Lenkerinnen und Lenker neu 12 Franken statt fünf Franken.

Happig ist der Preisaufschlag auch bei zusätzlichen Parktagen. So kostet jeder weitere Tag nicht mehr fünf Franken, sondern 12 Franken.
Zudem hat die Gemeinde den Preis der Sommerkarte inklusive Parkplatz für das Strandbad Baumen erhöht. Neu kostet diese 200 Franken statt 80 Franken.
Gemeindeschreiber Daniel Beckmann versteht den Unmut der Bevölkerung.
«Verhindern, dass sich Verkehr massiert»
«Uns ist sehr wohl bewusst, dass es sich um Anpassungen von erheblichem Ausmass handelt.» Dies sagt Daniel Beckmann auf Anfrage von Nau.ch. Die Gemeinde habe jedoch nachziehen müssen.
Im Rahmen des Konzepts «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» einigten sich die Gemeinden auf einheitliche Mindesttarife.
Ziel des Konzepts ist, das Gebiet um den Pfäffikersee in seiner Landschafts-, Natur- und Erholungsqualität zu erhalten und aufzuwerten.
Der Pfäffikersee sei Segen und Fluch zugleich, sagt der Gemeindeschreiber. Dieser biete ein wunderbares Naturerlebnis.
Es sei jedoch so beliebt, dass es Lenkungsmassnahmen brauche. «Mit den neuen Preisen verhindern wir, dass sich der Verkehr bei den Badi-Parkplätzen massiert.»
«Hoffen, dass mehr Leute auf Velo umsteigen»
Bekanntlich spreche es sich schnell herum, wo Parkplätze am billigsten seien, sagt Beckmann. «Würden wir die Preise nicht erhöhen, drohten die Badi-Gäste von Ausflüglern bei den Parkplätzen verdrängt zu werden.»
Die Pfäffikerinnen und Pfäffiker sollen sich wegen der teureren Parkplätze die Vorfreude auf die Badisaison aber nicht verderben lassen. «Wir hoffen, dass mehr Leute auf das Velo umsteigen», sagt Beckmannn.