Messerattacke in Zürcher Crack-Milieu kommt vor Gericht

Ein 29-Jähriger soll im Umfeld des Zürcher Crack-Milieus einen Mann fast getötet haben. Zusammen mit seiner Partnerin habe er das Opfer in seine Wohnung gelockt und zugestochen. Am Dienstag steht er vor dem Bezirksgericht Zürich.

Der Beschuldigte und seine Partnerin sprachen den Geschädigten laut Anklage am 27. Juli 2025 in der Bäckeranlage an, dem Hotspot der Zürcher Crack-Szene. Unter dem Vorwand, dass der Mann sich in ihrer Wohnung waschen und die schmutzigen Kleider wechseln könne, brachten sie ihn demnach dazu, mitzugehen.
Die Freundin wollte Crack
Unterwegs liessen sie sich von ihm alkoholische Getränke in einem Geschäft bezahlen. In der Wohnung im Kreis 5 angekommen, soll es zu einem Streit gekommen sein. Die Partnerin des Beschuldigten habe nach Crack verlangt. Der Geschädigte habe jedoch angegeben, dass er so etwas weder kaufe oder konsumiere.
Schliesslich verliess die Partnerin die Wohnung und sagte dem 29-Jährigen, er solle den ahnungslosen Geschädigten ausrauben. Der Beschuldigte habe daraufhin ein Küchenmesser gezückt und mehrfach zugestochen. Vier Verletzungen zog sich das Opfer dabei zu, darunter zwei an der Brust und eine am Ellenbogen, die notfallmässig operiert werden musste.
Zwar waren die Verletzungen nicht lebensgefährlich, doch weil die Stiche Richtung Oberkörper erfolgten, sieht die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchte vorsätzliche Tötung an. Zudem soll der Äthiopier wegen versuchten Raubs verurteilt werden.
Zehn Jahre Landesverweis
Angeklagt ist der 29-Jährige auch wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Körperverletzung und mehrfacher Tätlichkeiten. Opfer soll dabei seine Partnerin gewesen sein.
Die Staatsanwaltschaft verlangt für den vorbestraften Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Zudem soll er für zehn Jahre des Landes verwiesen werden. Der Mann wurde unmittelbar nach der Tat festgenommen und sitzt seither in Haft.





