Krawalle in Zürich lösen scharfe Reaktionen aus

Die Krawalle im Zürcher Kreis 4 sorgen für Unverständnis. Parteien verurteilen die Gewalt, Bürgerliche verlangen mehr Polizeistellen.

Nach Aufrufen in sozialen Medien versammelten sich am Samstagabend mehrere hundert Personen an der Langstrasse, teilt die Stadt Zürich mit. Im Bereich der Lang- und Stauffacherstrasse brannten zunächst Container, später gingen auch E-Bikes, E-Trottis und ein Auto in Flammen.
Laut der Stadt Zürich wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen attackiert, die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizgas und Gummischrot ein. Wie hoch der Sachschaden der Krawalle ausfällt, steht noch nicht fest, die Stadtpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Kurz nach Mitternacht griff eine Menschenmenge an der Brauerstrasse einen Streifenwagen an, berichtet «blue News». Die Polizisten mussten sich zurückziehen, bevor sie einem Teenager mit erheblichen Beinverletzungen nach einem Unfall helfen konnten.
Parteien verurteilen die Krawalle
Die SP Stadt Zürich verurteilt die Gewalt und Zerstörungswut in einem Communiqué «aufs Schärfste», wie das «SRF» berichtet. Präsident Oliver Heimgartner hält fest, den Beteiligten sei es offensichtlich nur um Sachbeschädigung und Konfrontation gegangen.
Eticus Rozas, Co-Präsident der Stadtzürcher Grünen, sagt, dass seine Partei sinnlose Gewalt verurteile. Rozas stört sich daran, dass eine kleine Gruppe europäische Jugendproteste mit legitimen Anliegen für Gewalt missbrauche.
Die Stadtzürcher SVP ist schockiert, wirft den Sicherheitskräften zu defensives Vorgehen vor und verlangt ein grösseres Korps. Nationalrätin Nina Fehr Düsel verlangt auf X Rechenschaft des Stadtrats, weshalb die Krawalle trotz Warnzeichen nicht früher unterbunden wurden.
Politik stellt Forderungen
Die FDP spricht von krimineller Selbstinszenierung, nicht von Zukunftsangst wie in Frankreich und Italien. Jungfreisinnige und Junge SVP verlangen eine Distanzierung der linken Parteien, die Juso verweist darauf, nicht beteiligt gewesen zu sein.

Auch der Stadtrat verurteilt die Krawalle, wie das «SRF» unter Berufung auf Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne) berichtet. Rykart fordert seit Jahren mehr Personal für die Stadtpolizei, im Budget 2027 erneut 17 neue Frontstellen.
Die Kantonspolizei verhaftete zwei Schweizer im Alter von 19 und 21 Jahren, die Quarzsandhandschuhe und Vermummungsmaterial trugen. Die beiden sammelten mutmasslich auf einer Baustelle Wurfgegenstände, zudem sprach die Kantonspolizei 18 Wegweisungen aus.







