Kraftakt: Einblicke in Zürichs Tram-Baustelle am HB

29 Millionen Franken für Zürichs Tramhaltestelle Bahnhofquai/HB. Hinter den Bauzäunen laufen die Arbeiten trotz Hitze auf Hochtouren.
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Der Schweiss läuft in Strömen. Auf der Grossbaustelle Bahnhofquai herrschen Rekordtemperaturen – und gleichzeitig grosser Zeitdruck.
Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember soll die umfassend sanierte Tramhaltestelle Bahnhofquai/HB wieder in Betrieb gehen.

Die Stadt Zürich investiert rund 29 Millionen Franken in die Erneuerung des denkmalgeschützten Verkehrsknotens. Seit Ende 2025 ist die Haltestelle für den regulären Tramverkehr gesperrt, mehrere Linien verkehren auf geänderten Routen.
«Die Haltestelle wird saniert, erweitert und hindernisfrei ausgebaut. Mit rund 44’000 Fahrgästen täglich gehört sie zu den meistgenutzten Tramhaltestellen der Stadt», sagt Christian Meier, Gesamtprojektleiter beim Tiefbauamt.

Die Infrastruktur aus den 1950er-Jahren war in die Jahre gekommen. Ziel ist es, den historischen Charakter der Anlage zu bewahren und sie gleichzeitig an heutige Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit anzupassen.
Eine besondere Herausforderung ist die denkmalgeschützte Wartehalle aus dem Jahr 1951. «Der Neubau ergänzt die bestehende Architektur behutsam. Wir übertragen eine altehrwürdige Haltestelle in die heutige Zeit», sagt Meier stolz.
Besonders der hindernisfreie Ausbau und der bessere Witterungsschutz seien seit Jahren ein Anliegen der Bevölkerung.

Die Tiefbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Die alten Gleise wurden ersetzt. «Die bisherigen Gleise hatten ihre Lebensdauer erreicht», sagt Rico Güntert, Oberbauleiter der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ).
Damit künftig ein stufenloser Ein- und Ausstieg möglich ist, erhalten die Perrons erhöhte Haltekanten. Die neue Gleisführung machte eine Verschiebung der Strasse notwendig.
Hitze als Herausforderung
Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf den Hochbau. Die Wartehallen werden saniert und erweitert. Das neue Wetterschutzdach reicht künftig bis zu den Treppenabgängen des ShopVille, die ebenfalls eingehaust werden.
Zum Einsatz kommt teilweise ultrahochfester Faserbeton. Das besonders widerstandsfähige Material ermöglicht eine ressourcenschonende Bauweise.
Wegen der hohen Temperaturen werden einzelne Betonierarbeiten – etwa rund um die Street Parade – bewusst in die Nacht verlegt, da Hitze die Qualität des Betons beeinträchtigen kann.
Viele Arbeiten finden ohnehin nachts statt, damit der Tram- und Strassenverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Auch der Schutz der 20 Bauarbeiter hat hohe Priorität.

Zusätzliche Trinkpausen, Sonnenschutz und angepasste Arbeitszeiten sollen die Belastung während der heissen Sommertage reduzieren. Die Baustelle stellt die Verantwortlichen täglich vor besondere Herausforderungen.
«Sie liegt wie eine Insel mitten im Stadtverkehr, das ist einmalig», sagt Meier. Zudem befindet sich direkt unter der Haltestelle die zentrale Anlieferung des Hauptbahnhofs.
Bis Oktober soll der Rohbau abgeschlossen sein. Anschliessend folgen Fahrleitungen, Beleuchtung, Haltestellenausstattung und der Einbau des Kiosks.
Wenn alles nach Plan verläuft, wird die modernisierte Haltestelle im Dezember wieder eröffnet – als denkmalgeschütztes Wahrzeichen mit zeitgemässem Komfort.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.








