Stadt Zürich

Immer mehr Zürcher Kinder haben Fischen als Hobby

Jeannette Gerber
Jeannette Gerber

Zürich,

Immer mehr junge Zürcher zieht es zum Fischen. Ein Besuch bei Andy’s Fischershop im Kreis 4 zeigt, wie jung die Szene ist.

Fischen statt Gamen
Begeisterte Jungfischer in Andy's Fischershop: Der 13-jährige Kian (l.) und sein Bruder Laurin (6). - Jeannette Gerber

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Fischen galt bis anhin eher als Freizeitvergnügen für die etwas älteren Semester.
  • Doch das hat sich in Zürich geändert – immer mehr Kinder und Jugendliche haben Fischen als Hobby.
  • Ein Besuch in Andy's Fischershop im Zürcher Kreis 4 zeigt, wie jung die Anglerszene geworden ist.

Immer mehr Zürcher Kinder und Jugendliche zieht es mit Rute und Köder ans Wasser. Ein Besuch in Andy's Fischershop im Kreis 4 zeigt, wie jung die Anglerszene geworden ist.

Das Fischen galt bis anhin eher als Freizeitvergnügen für die etwas älteren Semester. Doch nun hat die Jugend das Fischen entdeckt. Selbst unter 10-Jährige begeistern sich mittlerweile dafür.

Fischen ist zu einem trendigen Hobby für kleine Individualisten avanciert. Ein Augenschein in Andy's Fischershop an der Stauffacherstrasse im Kreis 4 zeigt: An einem schulfreien Mittwochnachmittag treffen sich Jugendliche hier zum Einkaufen und Fachsimpeln.

Andy Bleiker, der Ladenbesitzer, kennt diese Begeisterung aus seiner Jugend. Mit zehn erhielt er von seinem Onkel die erste Angelrute, von da an verbrachte er seine Freizeit am Ufer des Zürichsees. Von 1990 bis 2023 führte Bleiker das Geschäft am Helvetiaplatz, welches in Zürich als Institution galt. Immerhin existierte es als Fischereibetrieb bereits seit 90 Jahren.

Bachforelle
Fischen ist in Zürich zu einem trendigen Hobby für Kinder und Jugendliche geworden. (Symbolbild) - pexels

Nachdem er die Kündigung für das Lokal erhielt – das Haus an der Molkenstrasse wurde abgerissen – musste er eine neue Lösung suchen. Er hatte Glück: Nur eine Tramstation entfernt fand Andy Bleiker eine neue Adresse. Und die Kundschaft ist ihm treu geblieben.

Die Jugendlichen, die sich vor dreissig Jahren bei ihm mit Anglerobjekten eindeckten, kommen heute mit ihren Kindern vorbei. Andy Bleiker bestätigt den Trend: «Die Kundschaft ist jünger geworden, es sind mehr Kunden, aber immer noch zu wenig Frauen.»

Zwei Makrelen

Der 10-jährige Josias ist mit seiner Mutter Martina Oram aus Hedigen in den Kreis 4 gekommen. Wie er zum Fischen kam? Er hatte vor zwei Jahren seinen zwölfjährigen Freund, der bereits fischen konnte, an den Türlersee begleitet und war sofort vom Fischer-Virus angesteckt.

Später, in den Ferien in Norwegen, hatte er eine Frau beim Fischen beobachtet und sie gefragt, ob er auch mal dürfe. «Ich habe dann zwei Makrelen gefangen, und das war der Anfang meines neuen Hobbys.»

Gehst du fischen?

Mit seiner Mutter kauft er sich jetzt ein Anfängerset, mit allem, was dazugehört: Teleskoprute, Schwimmer, Haken und das Buch «Schweizer Sportfischer Brevet». Zwei weitere enthusiastische Klein-Fischer – Kian (13) und Laurin (6) – werden von ihren Grosseltern Walter und Lotti Finkbohner begleitet.

Kian fischt bereits seit einem Jahr, nachdem er auf der Lenzerheide einen Anglerkurs absolvierte. Grossvater Walter hatte ihn mit einem kompletten Anfänger-Equipment ausgerüstet.

«Kian ist geduldig, konzentrationsfähig und kann schweigen. Einzig der Verzicht aufs Handy scheint ihm etwas schwer zu fallen. Er fischt am Zürichsee, am Greifensee und am künstlich angelegten See beim Fernsehstudio. Und er konnte seinen kleinen Bruder Laurin ebenfalls begeistern», erzählt Walter Finkbohner.

Der 14-jährige Milan Zhang wiederum bewegt sich fast schon wie ein Profi durch Andy's Fischershop. Immerhin fische er bereits seit seinem vierten Lebensjahr, wie er sagt.

Angler
Ein Angler beim Fischen. (Symbolbild) - pixabay

«Als ich mit meinem Vater in China war, trafen wir zwei ältere Fischer. Sie zogen einen Riesenfisch aus dem Wasser», erzählt er. Milan Zhang wollte das unbedingt auch – und er tut es bis heute erfolgreich.

Andy Bleiker begleitet die Jugendlichen in ihrer Fischer-Karriere. Er gibt Kurse, beantwortet Fragen rund ums Fischen – und sein Geschäft ist Patentausgabestelle für die Seen und Flüsse in der Region Zürich.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.

Kommentare

User #2124 (nicht angemeldet)

Es ist NICHT schön, Tiere als Hobby zu töten...

User #9477 (nicht angemeldet)

War auch mein Hobby als kleiner Knirps damals.

Weiterlesen

Zürich

Mehr aus Stadt Zürich

GC FCSG Marvin Hübel
7 Interaktionen
2:0-Sieg beim Debüt
Zürich
1 Interaktionen
Zürich
10 Interaktionen
Zürich
7 Interaktionen
Zürich

Mehr aus Zürich

fc zürich
14 Interaktionen
Zürcher Juwelen weg
Ein Esel
57 Interaktionen
Lärmklage gutgeheissen