Grosses Polizeiaufgebot am «Marsch fürs Läbe» in Zürich-Oerlikon

Über 1000 Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegner haben am Samstag in Zürich-Oerlikon am Marsch fürs Läbe teilgenommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Über 1000 Personen nahmen am Marsch fürs Läbe in Zürich-Oerlikon teil.
- Rund 200 vermummte Gegendemonstranten blockierten zeitweise die Route.
- Die Polizei war mit einem Grossaufgebot und zwei Wasserwerfern vor Ort.
Der Marktplatz in Zürich-Oerlikon war am Samstagnachmittag der Besammlungsort für den diesjährigen Marsch fürs Läbe. Der Anlass stand unter dem Motto «Together for Life!».
Das Gelände war mit Sichtschutz abgesperrt. Unter anderem hielt der Freiburger SVP-Nationalrat Nicolas Kolly eine Rede.
Wegen angekündigter Gegendemonstrationen linker Gruppierungen war die Stadtpolizei mit einem grossen Aufgebot vor Ort. Auch zwei Wasserwerfer standen bereit.
Rund 200 vermummte Gegendemonstranten auf Velos verzögerten laut Keystone-SDA den Start des bewilligten Marsches. Sie blockierten die Route, schoben Container auf die Strasse und zündeten Böller.
Nach Angaben der Stadtpolizei wurden während des Umzugs zudem Flaschen gegen Einsatzkräfte geworfen. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer ein. Gegen Personen, die Flaschen geworfen haben sollen, kam auch Gummischrot zum Einsatz.

Die Gegendemonstranten tauchten im weiteren Verlauf immer wieder an verschiedenen Stellen entlang der Route auf und versuchten, den Marsch zu blockieren.
Im Umfeld der Veranstaltung kontrollierte die Stadtpolizei mehrere Dutzend Personen und wies sie weg. Zwei Personen wurden wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vorläufig festgenommen.
Kurz vor 18 Uhr trafen die Teilnehmenden des Marsches wieder auf dem Marktplatz ein.
Streit um Austragungsort
Der religiös geprägte Marsch fürs Läbe findet seit 2010 jeweils am Samstag vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag statt.
Seit 2021 wird der Anlass in Zürich-Oerlikon durchgeführt. Auch in den vergangenen Jahren kam es dort wiederholt zu unbewilligten Gegendemonstrationen.
Die Organisatoren kritisieren, dass die Stadt Zürich die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal in Folge nicht in der Innenstadt zulässt. Auf ihrer Website sprechen sie von einer «unverhältnismässigen Einschränkung» der Versammlungs- und Meinungsfreiheit.
Gegen den Entscheid der Stadt gehen die Organisatoren auch rechtlich vor.




