Erste Vögel beziehen neues Pantanal-Feuchtgebiet im Zoo Zürich

Im Zoo Zürich sind die ersten Bewohner in das neue Pantanal-Feuchtgebiet eingezogen: Je 24 Papageien und Sittiche leben im fertiggestellten Innenbereich, sind für Zoogäste vorerst aber noch nicht zu sehen. Rundherum wird weiter gebaut.

Mit der frühzeitigen Inbetriebnahme des sogenannten Refugios können sich die Tiere bereits an die neue Umgebung gewöhnen. Dies teilte der Zoo Zürich am Montag mit. Dies erleichtere die spätere Inbetriebnahme der grossen Voliere nach Abschluss der Bauarbeiten. Neu hinzukommende Tiere könnten dann vom Verhalten der bereits eingelebten Individuen lernen.
Das Gebäude ist in zwei Bereiche unterteilt: einen für Wasservögel und einen für Papageien. Im Bereich für die Wasservögel sorgen Wasserflächen und ein spezieller Untergrund dafür, dass die Tiere natürlichen Verhaltensweisen wie der Nahrungssuche im Boden nachgehen können.
Den Papageien steht ein grosser, lichtdurchfluteter Gemeinschaftsraum zur Verfügung. Nach der Eröffnung wird dieser durch eine Glasscheibe für die Zoogäste einsehbar sein. Die übrigen Bereiche des Refugios bleiben für Besucherinnen und Besucher unzugänglich. Separate Räume ermöglichen zudem die Haltung von bis zu sechs verschiedenen Papageienarten.
Die grössten Papageien der Welt
Bei den neu eingezogenen Papageien handelt es sich um Hyazintharas. Mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter sind sie die grössten Papageien der Welt. Die imposanten Vögel mit ihrem leuchtend blauen Gefieder seien in ihrem natürlichen Lebensraum in Südamerika, zu dem auch das brasilianische Pantanal gehöre, bedroht, schreibt der Zoo.
Die 24 Hyazintharas stammen aus der eigenen Nachzucht des Zoos. Sie wurden im Artenschutzzentrum Ornis gezüchtet und sind von dort ins Refugio umgezogen.
Die neu eingezogenen leuchtend gelben Sonnensittiche sind aufgrund des Verlusts ihres Lebensraums und des illegalen Fangs für den Tierhandel stark gefährdet. In der Natur leben sie meist in kleinen Gruppen und pflegen enge soziale Bindungen zu ihren Partnern. Dies zeige sich auch in der neuen Gruppe von 24 Nachzuchten.
Neue Partner aus dem Ausland
Während nun also die ersten Vögel im fertiggestellten Innenbereich des Refugios leben, gehen die Arbeiten an der grossen Aussenvoliere weiter. Nach einer rund fünfmonatigen Unterbrechung hatte der Zoo Zürich im Mai zwei neue Stahlbauunternehmen mit der Fertigstellung beauftragt: Stakotra Manufacturing aus der Slowakei und Cimolai aus Italien.
Die beiden Firmen arbeiten parallel an der Konstruktion. Stakotra übernimmt die Unterkonstruktion und die Montage der Bogenträger, Cimolai stellt die rund 60 benötigten Bogenteile her.
Streit mit bisheriger Stahlbaufirma
Die Neuvergabe war nötig geworden, nachdem der Zoo im Dezember 2025 die Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma Baltensperger beendet hatte. Diese habe die vereinbarten Toleranzwerte nicht frist- und kostengerecht einhalten können. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und verwies auf die hohe Komplexität des Projekts.
Die geplante Voliere soll von mächtigen Stahlbögen getragen werden und ein rund 1400 Tonnen schweres Gitternetz überspannen, das bis zu 35 Meter hoch ist. Ein Eröffnungstermin für die gesamte Anlage, dem künftigen Lebensraum für bedrohte südamerikanische Vogel- und Säugetierarten, steht weiterhin noch nicht fest, wie eine Mediensprecherin des Zoos am Montag auf Anfrage von Keystone-SDA sagte.





