Stadt Zürich

    Deutsche Bahn darf wegen Verspätung nicht in den Zürcher HB

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer, Karin Aebischer

    Zürich,

    Schaffhausen statt Zürich: Ein Zug der Deutschen Bahn darf wegen Verspätung nicht in den HB fahren. Die SBB zieht ab sechs Minuten Verspätung die Reissleine.

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    «Die Schweizer sind wenigstens konsequent...», kommentiert die Passagieren den kurzfristigen Destinationswechsel. - Instagram/@alexandra__weck

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Passagierin der Deutschen Bahn staunt nicht schlecht, als die die Zug-Durchsage hört.
    • Statt in Zürich hält der Zug schon in Schaffhausen. Wegen 13 Minuten Verspätung!
    • Der Grund: Die SBB greifen zum Schutz ihres eigenen Fahrplans bei Verspätungen durch.

    Die deutsche Zug-Durchsage auf dem Weg in die Schweiz beginnt harmlos mit «willkommen an Bord». Doch dann kommt die «sehr wichtige» Information: Dieser Zug halte nicht wie geplant am Zürcher Hauptbahnhof, sondern schon in Schaffhausen. «Wir dürfen nicht rein», sagt der Zugbegleiter ganz unverblümt.

    Die Begründung in der Durchsage der Deutschen Bahn: «Der Schweizer Zugfahrplan wird sonst durcheinandergebracht.»

    Deutsche Züge dürfen bei Verspätung bei uns nicht rein - zu Recht?

    Die Passagierin des Intercity 187, die auf Geschäftsreise ist, kommentiert: «Die Schweizer sind wenigstens konsequent...»

    Der Vorfall ist kein Einzelfall. Um ihren Fahrplan zu schützen, greifen die SBB bei Verspätungen internationaler Verbindungen seit Längerem durch.

    Verspätete Züge werden vorzeitig gestoppt

    Dass bereits verspätete Züge aus Deutschland teilweise nicht bis zu ihrem eigentlichen Ziel in der Schweiz weiterfahren dürfen, hatte die SBB schon im Sommer 2024 zu Massnahmen gezwungen.

    Gemäss der «Süddeutschen Zeitung» mussten im ersten Quartal 2024 elf Prozent der Züge auf der Strecke München – Zürich vorzeitig enden. Auf der Strecke Freiburg im Breisgau – Basel waren es sogar 12,4 Prozent.

    Der Hintergrund: Das Schweizer Bahnnetz ist eng getaktet. Kommen internationale Züge verspätet an, übertragen sie diese Verspätungen auf nachfolgende Verbindungen. Davon wären deutlich mehr Reisende betroffen als nur jene im deutschen Zug.

    Die SBB setzen deshalb auf Ersatzzüge, die innerhalb der Schweiz möglichst pünktlich verkehren sollen.

    Ab sechs Minuten kommt Ersatzzug zum Einsatz

    Besonders im Fokus steht die Intercity-Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich über Schaffhausen. Die SBB und die Deutsche Bahn haben für diese Strecke ein angepasstes Betriebskonzept eingeführt.

    Seit Dezember 2025 fährt jeder zweite Zug aus Stuttgart planmässig nur bis Singen. Dort können die Reisenden in einen Zug nach Zürich umsteigen. Bei den weiterhin durchgehenden Verbindungen kann zudem ab Schaffhausen ein Ersatzzug eingesetzt werden, wenn die Verspätung zu gross ist.

    Bist du zufrieden mit der Pünktlichkeit der Züge in der Schweiz?

    Und die Schweizer fackeln nicht lang.

    Auf Anfrage von Nau.ch erklärt SBB-Sprecherin Sabrina Schellenberg: «Ab einer prognostizierten Verspätung von mehr als sechs Minuten ab Schaffhausen wird der Ersatzzug vorbereitet und sofern betrieblich möglich eingesetzt.»

    Wie viele Züge aus Deutschland insgesamt wegen Verspätungen vorzeitig gestoppt werden, will die SBB nicht genauer beziffern.

    Pünktlichkeit verbessert

    Die Massnahmen zeigen laut SBB Wirkung: Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 habe sich die durchschnittliche Ankunftspünktlichkeit in Zürich um rund 20 Prozentpunkte auf über 80 Prozent verbessert.

    Im Februar 2026 hiess es, dass der Ersatzzug ab Schaffhausen seit der Einführung des neuen Konzepts bereits rund 100-mal zum Einsatz gekommen sei.

    sbb
    Die Massnahme hat die Pünktlichkeit der SBB-Züge verbessert. - keystone

    Das Konzept soll vorerst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 weitergeführt werden. Gleichzeitig arbeiten die beiden Bahnunternehmen daran, die Direktverbindung zwischen Stuttgart und Zürich langfristig zuverlässiger zu machen.

    Für die betroffenen Passagiere bedeutet das allerdings weiterhin: Kommt der Zug aus Deutschland mit zu grosser Verspätung an, kann die Reise in der Schweiz abrupt früher enden als geplant.

    Kommentare

    User #4917 (nicht angemeldet)

    Ich fuhr vor Jahren mit DB von Karlsruhe über Freiburg - Basel- Olten - Bern -Interlaken. In Olten sollte ich Umsteigen in Regio Richtung Aarau. Es funktionierte nichts. Wir blieben vor Freiburg in der Pampa stehen, nach ca 1 Std wurde gemeldet, warum wir da stehen. eine weitere Std später durften die Fahrgäste im Bistro ein gratis Getränk holen. 1 Std später rannte der Schaffner durch den Zug fragte wer in Basel noch weiter fahren müsste, er brauche Name und Adresse, weil wir müssten evt in Hotel untergebracht werden. Irgendwann fuhr der Zug ganz langsam an, nach Freiburg dann mit etwas mehr Tempo Richtung Basel. Wir kamen mit gut 4 Std Verspätung in Basel an, der letzte Zug nach Olten nur durch rennen erreicht und ab Olten musste ich Taxi in mein Dorf nehmen weil kein Zug mehr fuhr, war ja mitten in der Nacht. DB hat mir die Kosten für Taxi nicht ersetzt, obwohl ich genau belegen konnte, auch mit Foto, dass ich mit DB soviel Verspätung hatte. DB kommentierte, "wir können nichts dafür wenn die SBB Verspätung hat." SBB fuhr ab Basel auf die Sekunde genau los, egal wohin man musste. Die DB soll ihre Leute mal in die Schweiz schicken, damit sie lernen was Pünktlichkeit, Anstand und Verantwortung übernehmen bedeutet. Hier ist ganz klar, wer Mist baut, der muss die Verantwortung dafür tragen, auch die DB-ler.

    User #9781 (nicht angemeldet)

    WAS bilden sich die Deutschen eigentliche ein ??? Die haben sich an Schweizer Richtlinien zu halten, wir wollen doch nicht den DEUTSCHEN DURCHEINANDER mitleben !!

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