Busfahrer streiken – «ohne uns steht Winterthur still»

Das Personal von Stadtbus Winterthur hat genug. Am Dienstag ist ein Warnstreik geplant. Was sagen die Beteiligten?

Das Wichtigste in Kürze
- Am Dienstagmorgen streiken die Winterthurer Busfahrer.
- Das Personal von Stadtbus Winterthur beklagt Missstände, die offenbar ignoriert werden.
- Laut der Gewerkschaft VPOD sind «echte Verhandlungen» jederzeit möglich.
Das Buspersonal von Winterthur legt am Dienstagmorgen die Arbeit nieder. Von 4.30 bis 8.30 Uhr fahren die Busse im Rahmen eines Warnstreiks nicht.
Der Grund für den Warnstreik von Stadtbus Winterthur (SBW) seien «die unzumutbaren Arbeitsbedingungen», schreibt der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) in einer Medienmitteilung.
Einstimmig den Streik beschlossen
In Winterthur gebe es im Nahverkehr «Dienstschichten von über 12 Stunden, verkürzte Ruhezeiten von minimal neun Stunden, Stress im Strassenverkehr und unregelmässige Arbeitszeiten».
Dabei seien die Busfahrerinnen und -fahrer «in ohnehin schwierigen Bedingungen unterwegs».

Ein Mitarbeiter beklagt die Arbeit am Limit, kurzfristige Einsätze, maximale Flexibilität ohne Entschädigung und rechtwidrige Schadensbeteiligung.
«Unter diesen Bedingungen können wir unsere Arbeit nicht mehr so ausführen, wie es unserem Anspruch und der Verantwortung gegenüber den Fahrgästen entspricht.»
Am Sonntag wurde bei der Personalversammlung von Stadtbus Winterthur deshalb einstimmig die kollektive Arbeitsniederlegung beschlossen.
In der Mitteilung heisst es weiter, das Personal weise «seit mehreren Jahren» auf die Probleme hin. Doch die Geschäftsleitung und der zuständige Stadtrat würden sich querstellen, so Micha Amstad, VPOD-Zentralsekretär für den Nahverkehr.
«Ohne uns steht Winterthur wortwörtlich still»
Nau.ch hat bei der Gewerkschaft VPOD nachgefragt. Wird Winterthur am Dienstagmorgen also tatsächlich lahmgelegt?
«Ohne Buspersonal fehlt ein wichtiger Bestandteil im Nahverkehr. Ohne uns steht Winterthur wortwörtlich still», lautet die Antwort.
«Wir gehören zum Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft. Und Rückgrat muss gestärkt und nicht ausgenutzt werden.»

Die Fahrgäste werden am heutigen Montag und auch am Dienstag über den Warnstreik informiert. Ob den Streikenden Ärger seitens der Pendlerinnen und Pendlern droht?
Man nehme den Streik «nicht leichtfertig in Kauf», heisst es auf Nachfrage. «Aber noch schwerer wiegen die groben Missstände bei den SBW. Seit 2024 weisen wir auf die schwerwiegenden Mängel hin.»
Man bedanke sich «deswegen umso mehr für die zahlreichen Solidaritätsbekundungen», die es von Fahrgästen bereits gegeben habe.

Dass der Streik am Dienstag der letzte sein wird, ist nicht garantiert. «Wir stehen jederzeit für echte Verhandlungen zur Verfügung. Aber wenn es nötig ist, werden wir auch weitere Warnstreiks machen», sagt die Gewerkschaft VPOD.
Die Antwort auf eine Medienanfrage an Stadtbus Winterthur steht noch aus.







