Brasilien-Wahl: Lange Schlange vor Wahllokal in Zürich

In Brasilien wird ein neuer Präsident gewählt. Auch in Zürich geben zahlreiche Brasilianer ihre Stimme ab. Vor dem Konsulat bildet sich eine lange Schlange.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 159 Millionen Menschen dürfen bei der Präsidentenwahl in Brasilien abstimmen.
- Amtsinhaber Lula und Flávio Bolsonaro liefern sich ein enges Rennen.
- Auch in Zürich wird gewählt. Vor dem brasilianischen Konsulat stehen zahlreiche Menschen an.
- Vieles deutet auf eine Stichwahl am 25. Oktober hin.
Nicht nur in Brasilien selbst wird am Sonntag über den nächsten Präsidenten abgestimmt. Auch in der Schweiz können wahlberechtigte Brasilianerinnen und Brasilianer ihre Stimme abgeben. In Zürich sorgt das für lange Wartezeiten.
Beim Kongresshaus hat sich am Sonntag eine lange Menschenschlange gebildet. Fotos eines Nau.ch-Leserreporters zeigen, wie sich die Wartenden entlang der Strasse ziehen. Zeitweise reicht die Schlange praktisch um den ganzen Gebäudekomplex.

Auf dem Boden ist zudem immer wieder Wahlwerbung für die Nummer von Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva zu sehen.
Lula gegen Bolsonaro
Auch im weit entfernten Brasilien selbst sind am Sonntag die Wahllokale geöffnet. Rund 159 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über die politische Zukunft des grössten Landes Lateinamerikas.
Im Zentrum steht das Duell zwischen dem linken Amtsinhaber Lula und dem rechten Senator Flávio Bolsonaro. Der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro tritt erstmals für das höchste Amt des Landes an.

Die beiden liegen laut Umfragen eng beieinander. Da keiner von ihnen derzeit auf die nötige absolute Mehrheit kommt, deutet vieles auf eine Stichwahl am 25. Oktober hin.
Bolsonaro will härteren Kurs
Flávio Bolsonaro setzt unter anderem auf einen Abbau staatlicher Leistungen und ein härteres Vorgehen gegen die hohe Kriminalität.
Lula wiederum will seinen bisherigen Kurs mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates fortführen.

Neben der Kriminalität bestimmten auch der Streit um die Unabhängigkeit des Obersten Gerichts und das Verhältnis zu den USA den Wahlkampf.
«Ich bin mehr als bereit, dieses Land zu führen und den brasilianischen Familien das Recht zurückzugeben, wieder zu träumen», sagte Flávio Bolsonaro nach seiner Stimmabgabe in Rio de Janeiro.
Sein Vater Jair Bolsonaro wurde wegen eines Umsturzversuchs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilt. Seine Strafe verbüsst er derzeit aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest.
Ergebnisse in der Nacht erwartet
Neben Präsident und Vizepräsident wählen die Brasilianerinnen und Brasilianer auch zwei Drittel des Senats sowie sämtliche 513 Mitglieder der Abgeordnetenkammer.
Dazu kommen die Gouverneure der 26 Bundesstaaten und des Bundesdistrikts sowie die jeweiligen Landesparlamente.
Die Wahllokale schliessen um 17 Uhr Ortszeit, also um 22 Uhr Schweizer Zeit. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht auf Montag erwartet.




