In Zürich ist die Eishockey-WM noch wenig sichtbar

Am Freitag startet die Eishockey-Weltmeisterschaft der Männer in Zürich und Freiburg. Während in der Westschweiz die Euphorie der gewonnenen Schweizer Meisterschaft nachhallt, gibt sich Zürich vor der ersten WM seit 1998 noch zurückhaltend.

Wo wird gespielt?
Fanden die Spiele in Zürich 1998 noch im Hallenstadion statt, wird nun im 2022 fertiggestellten Stadion der ZSC Lions gespielt. Die Kapazität beträgt während der WM 10'000 Zuschauer, 2000 weniger als bei den Spielen des ZSC. Das liegt daran, dass Stehplätze zu Sitzplätzen umfunktioniert werden.
Wer spielt wo?
Die Schweiz tritt gegen Weltmeister USA, Finnland, Deutschland, Österreich, Lettland, Ungarn und Grossbritannien an. Die Schweiz zählt mit Finnland und den USA zu den Favoriten. Gespannt dürfen die Schweizer Fans aber auch auf die beiden Nachbarschaftsduelle sein. Vier Teams qualifizieren sich für den Viertelfinal. Zwei Viertelfinalspiele, die beiden Halbfinals und der Final am 31. Mai finden auch in Zürich statt.
Was läuft ausserhalb des Stadions?
Zwischen Schrebergärten und Fussballplätzen steht in Zürich die offizielle Fanzone der WM, wenige hundert Meter entfernt vom Stadion. Neben Public Viewings der Spiele gibt es dort auch Konzerte, etwa von Bastian Baker, der den offiziellen WM-Song geschrieben hat oder Chue Lee, die gleich an fünf Tagen auftreten. Auch Aktivitäten wie Eishockey-Minigolf oder Eishockey auf einer synthetischen Eisfläche sollen die Fans anlocken.
Die offiziellen Fanzonen des Hockeyverbands gibt es an jeder Eishockey-WM. Die Veranstalter erwarten in Zürich bis zu 100'000 Personen. Vor allem an den Spielen der Schweizer Nati dürfte es voll werden.
Was bietet die Stadt?
Im Sommer 2025 errichtete die Stadt Zürich eine eigene Fanzone für die Fussball-EM der Frauen in der Europaallee. Zur Eishockey-WM der Männer wird es das nicht geben. Allerdings ist mit dem Sechseläutenplatz der wichtigste Platz bereits durch den Zirkus Knie besetzt. Da die Stadt Zürich im Gegensatz zur Fussball-EM nicht Organisatorin ist, gibt es auch weniger Aktivitäten, heisst es bei der Stadt.
Die Stadt Zürich unterstützt die WM mit 1,9 Millionen Franken, wie ein Sprecher des Sportamts sagte. Der Beitrag soll helfen, die Kosten des Anlasses zu decken (rund 53 Millionen). Der Kanton kündigte ebenfalls einen Betrag von 1,9 Millionen an.
Auf ihrer Website verweist die Stadt Zürich auf das offizielle Programm. Lediglich ein Hinweis zum Verkehrsregime ist aufgeschaltet. Dieses betrifft vor allem die Familiengärten zwischen Stadion und Fanzone: Wer an Spieltagen anreisen möchte, muss sein Auto zuhause lassen.
Wo bleibt die WM-Euphorie?
In der Zürcher Innenstadt ist kaum etwas von der WM zu sehen. An der Bahnhofstrasse weisen allerdings grosse Flaggen darauf hin. Weitere sollen noch bei der Quaibrücke dazukommen. Erfahrungen bisheriger Weltmeisterschaften zeigen, dass sich die Fans gerne in Pubs und Bars in den Innenstädten aufhalten, statt nur in der eher sterilen Umgebung eines Stadions. Einige Lokale werden also wohl von trinkfesten Briten, Deutschen oder Finnen profitieren.
Auf der Website von Zürich Tourismus zählt eine Uhr den Countdown bis zur WM herunter. Neben Infos zum Stadion und der Anreise werden die Besucherinnen und Besucher aber rasch auf die Website des internationalen Eishockeyverbands verwiesen. Hotels in unmittelbarer Nähe zum Eishockeystadion verzeichnen rund um das Turnier einen positiven Effekt auf ihre Auslastung. Auch verschiedene Stadthotels in der Innenstadt berichteten von einer «soliden Nachfrage».





