Wie sicher sind Frauen? Unisex-WCs in Clubs!

Der Zürcher Kantonsrat spricht sich für Unisex-Toiletten in Gaststätten und Clubs aus, trotz Bedenken hinsichtlich Frauen-Sicherheit.

Der Zürcher Kantonsrat hat sich am Montag für Unisex-Toiletten in Gaststätten und Clubs ausgesprochen.
Der Regierungsrat argumentierte vergeblich mit der Sicherheit der Frauen. Er muss das Anliegen nun prüfen.
Für die Postulantinnen und Postulanten von FDP, SP und SVP widersprechen geschlechtergetrennte WC dem Zeitgeist. Immer mehr Betriebe würden auf Unisex-WC setzen, sagte Erstunterzeichnerin Sonja Rueff-Frenkel (FDP, Zürich).
Für den Vorstoss gibt es aber auch wirtschaftliche Gründe: Heute müssen Beizen und Clubs im Kanton Zürich ab 50 Plätzen getrennte Toiletten für Männer und Frauen anbieten. Neu sollen nur noch die Sitzplätze massgebend sein.

Vorbilder in der Schweiz wären dafür etwa die Kantone Bern oder Luzern. Domenik Ledergerber (SVP, Herrliberg) hielt fest, dass seine Partei keine Pflicht für Unisex-WC wolle. Aber die Grenze von 50 Plätzen sei willkürlich,
Betreiber sollten entscheiden können
die Betreiber sollten selber entscheiden können. Toiletten seien keine Wellness-Insel, fügte Susanne Brunner (SVP, Zürich) an. Es gehe nur um Bauvorschriften.
Andrew Katumba (SP, Zürich) betonte die gesellschaftlichen Entwicklungen. Unisex-Toiletten könnten helfen, die gesellschaftliche Normen zu modernisieren. Der Schutz der Privatsphäre dürfe aber nicht vernachlässigt werden.
Dafür brauche es voll verschliessbare Kabinen. Einige Fraktionen waren sich uneinig. Kritik kam etwa von der GLP und den Grünen.
Sicherheitsgefühl von Frauen in Clubs
Selma L'Orange Seigo (Grüne, Zürich) nannte das Sicherheitsgefühl von Frauen in Clubs. Das WC könne dort ein gemeinsamer Rückzugsort sein.
Andrea Gisler (GLP, Gossau) meinte, dass alle Frauen das Anliegen eigentlich ablehnen müssten. «Sexuelle Belästigung ist für Frauen Alltag», sagte sie, gerade auch in Bars oder Clubs.
Roger Cadonau (EDU, Wetzikon) brachte, neben der Sicherheit, die Hygiene ins Spiel. Das Empfinden sei da bei Frauen und Männern eben unterschiedlich. Der Rat überwies das Postulat schliesslich mit 124 zu 45 Stimmen bei einer Enthaltung.