Stadt Zürich

Zürcher Kantonsrat will keine stufenfreie Sekundarschule

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zürcher Kantonsrat hat es am Montag abgelehnt, die Sekundarschule komplett umzubauen und die Anforderungsstufen A, B und C abzuschaffen. Das bringe den Schülerinnen und Schülern nichts, so die Mehrheit.

Die Leistungsstufen Sekundarschule A, B und C werden nicht aufgehoben. Der Kantonsrat glaubt nicht, dass dies den Schülerinnen und Schülern etwas bringt. (Symbolbild)
Die Leistungsstufen Sekundarschule A, B und C werden nicht aufgehoben. Der Kantonsrat glaubt nicht, dass dies den Schülerinnen und Schülern etwas bringt. (Symbolbild) - KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Bei einigen Schülerinnen und Schüler gehe der Knopf erst etwas später auf, begründete Lehrerin Katrin Meier ihre Einzelinitiative, die am Montag im Parlament diskutiert wurde. Die Selektion nach der sechsten Klasse komme für einige viel zu früh.

Unterstützung erhielt Meier von der SP, der AL und einem Teil der Grünen. Diese teilten ihre Meinung, dass eine stufenfreie Sekundarschule Vorteile hätte. Ohne die Einteilung in Sek A, B oder C gebe es mehr Chancengleichheit.

Der Arbeitsmarkt verliere junge Menschen mit grossem Potential, weil zu früh selektioniert werde, sagte Nicole Wyss (AL, Zürich). Zudem kämen Kinder aus privilegierten Familien nach wie vor häufiger ins Gymi oder in die Sek A, weil ihnen das eher zugetraut werde.

Die linke Ratsseite holte jedoch nur 49 Stimmen. 60 wären für eine vorläufige Unterstützung nötig gewesen. Die Mehrheit des Parlamentes wollte das laufende System nicht komplett über den Haufen werfen. Das bringe den Schülerinnen und Schülern nichts und sorge für massiven Mehraufwand bei den Lehrpersonen.

«Mit der Abschaffung der Selektion sollen Unterschiede unsichtbar gemacht werden. Verschwinden werden die Unterschiede damit aber nicht», sagte Marc Bourgeois (FDP, Zürich). Wer das glaube, sei naiv. Stattdessen würden dann «als Krücke» innerhalb der Klasse Leistungslevels gemacht.

Auch die GLP hielt einen grundlegenden Umbau für falsch. Kinder seien nicht alle gleich und würden auch nicht alle gleich schnell lernen, sagte Nadja Koch (Rümlang). Der Vorstoss sei «gut gemeint», aber werde den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht. Ein Systemwechsel ohne klaren Vorteil für die Kinder habe aber keinen Rückhalt.

Tatsächlich gab es 2025 bereits den Versuch, die Selektion per Volksinitiative abzuschaffen. Der «Verein Volksschule ohne Selektion» brachte die nötigen 6000 Unterschriften jedoch nicht zusammen. Hinter dem Verein standen Politikerinnen von SP und Grünen. Auch im Kanton Bern scheiterte das Anliegen, auch dort an der Zahl der Unterschriften.

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