Stadt Zürich

Stadt Zürich erhält weiblichere und migrantische Erinnerungskultur

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Stadtzürcher Gemeinderat hat sich am Mittwoch für eine neue Erinnerungskultur ausgesprochen. Diese soll neue Ansichten einbringen, etwa weibliche oder migrantische Standpunkte. Die Debatte verlief nicht ohne gehässige Zwischentöne.

Im Niederdorf wurden zwei als diskriminierend empfundene Inschriften an Häusern abgedeckt. Das soll in Zürich trotz neuer Erinnerungskultur ein Einzelfall bleiben. (Archivbild)
Im Niederdorf wurden zwei als diskriminierend empfundene Inschriften an Häusern abgedeckt. Das soll in Zürich trotz neuer Erinnerungskultur ein Einzelfall bleiben. (Archivbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Das Parlament genehmigte jährliche Ausgaben von 375'000 Franken mit 75 zu 37 Stimmen. Darin enthalten sind etwa die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure oder eine neue Fachstelle. Diese soll dabei eher koordinierend wirken und rund 200 Stellenprozente umfassen. Auch eine externe Fachkommission will Zürich einrichten.

Die Strategie geht unter anderem auf Diskussionen um die koloniale Vergangenheit Zürichs zurück. So kam die Forderung auf, Alfred Eschers Denkmal vor dem Hauptbahnhof zu entfernen, weil er über seine Familie von Sklaverei profitiert habe.

Auch die geplante Abdeckung zweier Hausinschriften im Niederdorf, die als diskriminierend empfunden wurden, sorgte in den letzten Jahren für grosse Debatten.

Mitte/EVP, FDP und SVP sprachen sich am Mittwoch gegen die neue Erinnerungskultur aus. Die Vorlage bringe nur mehr Verwaltung und politisch motivierte Anträge. Die Stadt habe in nächster Zeit wichtigere Ausgaben zu tätigen.

Stefan Urech (SVP) und Yasmine Bourgeois (FDP) sorgten dabei für Empörung auf der linken Ratsseite, weil sie das als diskriminierend empfundene Wort auf den Inschriften, von der Stadt und linken Politikern nur «M-Wort» genannt, aussprachen. David Garcia Nunez (AL) fand das «beschämend». Anna-Béatrice Schmaltz (Grüne) meinte, im Rat sollten Diskriminierungen verhindert werden und nicht «genüsslich» ausgesprochen werden.

Die Erinnerungskultur sieht im Härtefall die Prüfung einer Entfernung von Denkmälern, Strassennamen oder Darstellungen vor. Die Regel soll aber eine Kontextualisierung, beispielsweise über QR-Codes sein. Für die Grünen sind QR-Codes nicht ausreichend. «Wir wollen Verantwortung übernehmen und die Arbeit kritisch begleiten», sagte Schmaltz.

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