Schulden steigen: Jetzt muss die Stadt Zürich Investitionen bremsen

Die Stadt Zürich muss angesichts steigender Schulden ihre Investitionen bremsen. Das bekommt nun auch eine Reihe konkreter Projekte zu spüren. Eine Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schulden der Stadt Zürich steigen.
- Deshalb müssen nun Investitionen gebremst werden.
- Hier ist eine Auswahl an Projekten, die davon betroffen sind.
Wenn es ein finanzpolitisches Hitzethermometer gäbe, dann leuchtet es in der Stadt Zürich gerade besonders rot. Nur noch 21,8 Prozent ihrer Investitionen kann die Stadt im kommenden Jahr aus eigenen Mitteln finanzieren. Oder anders gesagt: Von jedem investierten Franken muss sie rund 78 Rappen fremdfinanzieren.
Insgesamt sind das 1,46 Milliarden Franken. Dabei investiert Zürich keineswegs weniger. Für 2027 sind Nettoinvestitionen von knapp 1,88 Milliarden Franken vorgesehen, nochmals 77 Millionen mehr als im Vorjahresbudget.
Doch die hohen Investitionen treiben die Verschuldung weiter nach oben. Der Stadtrat hat deshalb seine Planung durchforstet und verschiedene Vorhaben gestrichen, verkleinert oder auch auf später verschoben.

Eines davon verschwindet gleich ganz von der Liste: die geplante Marina Tiefenbrunnen. Der Stadtrat verzichtet auf die Entwicklung der Hafenanlage mit Wassersportzentrum und Restaurant.
Bei Schulbauten wird hingegen redimensioniert. Bei den Schulanlagen Brunnenhof und Seefeld soll jeweils nur noch eine statt zwei Sporthallen gebaut werden.
Auf später verschoben wird eine geplante Quartierverbindung für Fussgänger und Velofahrer in Seebach. Zudem werden die Sanierungszyklen bei städtischen Wohnsiedlungen und Verwaltungsgebäuden verlängert. Die entsprechenden Ausgaben fallen damit später an.
Einen besonders grossen Betrag spart der Stadtrat vorerst bei den Liegenschaftskäufen. Die dafür vorgesehene Pauschale wird von 500 auf 150 Millionen Franken reduziert. Dennoch bleibt der Investitionsbedarf hoch. Schulhäuser, öffentlicher Verkehr und Energieversorgung sorgen weiterhin für hohe Ausgaben.
Für 2027 rechnet der Stadtrat mit einem Defizit von 407 Millionen Franken. Die Nettoschuld soll innerhalb eines Jahres um knapp eine Milliarde auf 8,57 Milliarden Franken steigen. Pro Einwohnerin und Einwohner entspricht das rund 18’460 Franken.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.






