Kantonsrat will Sterbehilfe in allen Alterszentren zulassen

Der Zürcher Kantonsrat hat sich am Montag für Sterbehilfe in allen Alterszentren und Spitälern ausgesprochen. Eine Pflicht zur Duldung von Sterbehilfe in Psychiatrien und Gefängnissen lehnte er ab.

Der Kantonsrat stimmte mit 108 zu 63 Stimmen einem Gegenvorschlag zu einer Initiative zu. Alle Alterszentren und Spitäler im Kanton müssten damit Sterbehilfe in ihren Räumlichkeiten dulden. Definitiv über Initiative und Gegenvorschlag abstimmen wird der Kantonsrat an einer seiner nächsten Sitzungen.
2022 scheiterte ein ähnlicher Vorschlag knapp im Kantonsrat. Private Zentren blieben von der Duldungspflicht ausgenommen. Die Debatte verlief emotional. Politiker der christlichen Parteien EDU und EVP wehrten sich dagegen, dass auch religiös geprägte Altersheime assistierten Suizid dulden müssten. Befürworterinnen argumentierten, die Heime müssten respektieren, wenn Menschen ihr Leiden nicht mehr aushalten würden.
Ein Komitee lancierte die Initiative «Selbstbestimmung am Lebensende in Alters- und Pflegeheimen», nach der Abstimmung 2022. Diese würde auch Psychiatrien und Gefängnisse zur Duldung verpflichten. In der Debatte wurde klar, dass die Initiative zurückgezogen würde, sollte der Gegenvorschlag Gesetz werden.





