Aktivisten fordern Lärmschutz an der Zürcher Rosengartenstrasse

Linke Parteien und Verkehrsorganisationen haben am Donnerstag eine Kundgebung bei der Rosengartenstrasse abgehalten. Sie wehren sich mit einem offenen Brief gegen die kantonale Blockade von städtischen Massnahmen gegen den Strassenlärm.

Ein riesiges Plakat hing am Donnerstagabend an der Rosengartenbrücke. «Wir sind ein Quartier, kein Autobahnzubringer», war darauf zu lesen. Rund 200 Anwohnerinnen und Anwohner sowie Aktivisten machten ihrem Ärger Luft.
Sie forderten die sofortige Genehmigung und Realisierung der Lärmschutz- und Sicherheitsmassnahmen wie Tempo 30 und Übergänge für den Fuss- und Veloverkehr. Zu den Trägern der Aktion zählten unter anderem die SP, die Grünen, die IG Westtangente Plus sowie Pro Velo Kanton Zürich und der Fussgängerverein Zürich.
Täglich rund 60'000 Fahrzeuge
Hintergrund des Protests ist die massive Verkehrsbelastung an der Westtangente, bestehend aus der Buchegg- und Rosengartenstrasse. Mit täglich rund 60'000 Fahrzeugen gilt sie als die am stärksten belastete Stadtstrasse der Schweiz.
Die vier- bis sechsspurige Verkehrsschneise führt mitten durch dichte Wohnquartiere der Kreise 5, 6 und 10. «Dort leiden Taudende Menschen unter übermässigem Lärm und Schadstoffen», sagte Martin Busekros, Gemeinderat Grüne zu den Anwesenden.
Ursprünglich war die Hochleistungsstrasse nur als provisorische Verbindung der Autobahnenden in Zürich gedacht. Sie existiert jedoch bis heute. Die Westtangente gehöre endlich abgeschafft, sagte Martin Busegros.
Nachdem das geplante Tunnelprojekt im Jahr 2020 von den Stimmberechtigten deutlich abgelehnt wurde, forderte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) die Stadt auf, aktiv zu werden.
Kanton blockiert Bestrebungen der Stadt
Seither versucht die Stadt Zürich, eigenständig Verbesserungen zur Minderung der Trennwirkung des Quartiers umzusetzen. Diese politisch breit abgestützten Bestrebungen werden laut der Aktivisten jedoch von den zuständigen kantonalen Regierungsräten Carmen Walker Späh und Mario Fehr seit sechs Jahren blockiert. Anträge würden abgelehnt oder gar nicht erst bearbeitet werden.
«Rund 285'000 Menschen im Kanton haben aufgrund der Umweltschutzgesetzgebung einen Rechtsanspruch auf Schutz vor übermässigem Lärm, dieser muss endlich eingelöst werden», sagte Renata Grünenfelder, Kantonsrätin SP.




