Watt d'Or: Energieverbund Rüti Zentrum als Vorzeigeprojekt gewürdigt

Der innovative Ansatz des Energieverbunds Rüti Zentrum brachte dem Fernwärmeprojekt einen Podestplatz beim diesjährigen Energiepreis «Watt d’Or» ein.

Wie die Gemeinde Rüti schreibt, ist der Energieverbund Rüti Zentrum ein besonderes Fernwärmeprojekt.
Zum einen spannen die Gemeinde Rüti, die Gemeindewerke Rüti (GWR), das Krematorium und das Zentrum Breitenhof zusammen. Zum anderen werden alle lokal verfügbaren erneuerbaren Energiequellen ins Netz eingespeist: Holz, Wasser, Abwärme und Sonnenenergie.
Diese Besonderheiten stiessen auch bei den Fachleuten des Bundesamts für Energie (BFE) auf Anklang. Beim diesjährigen «Watt d’Or», der Auszeichnung für Bestleistungen im Energiebereich, schaffte es der Energieverbund Rüti Zentrum auf den zweiten Platz in der Kategorie «Erneuerbare Energien».
Einsparung von 2000 Tonnen CO2 pro Jahr
Die Jury honoriert damit die zahlreichen Vorteile, die der Energieverbund mit sich bringt: Er produziert künftig bis zu 7.6 Gigawattstunden (GWh) erneuerbare Wärme pro Jahr für maximal 150 Liegenschaften und sorgt damit für Einsparungen von über 2000 Tonnen CO2 pro Jahr. Damit trägt er zur Energiewende und zur Erfüllung der Schweizer Klimaziele 2050 bei.
Die Fernwärmelieferung erfolgt zuverlässig und ohne saisonale Schwankungen. Als schöner Nebeneffekt sinkt durch die Wärmeentnahme aus dem Abwasser die Wassertemperatur in der Jona: Das bringt einen ökologischen Mehrwert für Tiere und Pflanzen.
Innovativ ist insbesondere die Einbindung des Krematoriums in den Energieverbund. Ein Krematorium als Energiequelle zu nutzen, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, doch es bietet tatsächlich viel Potenzial.
Das Krematorium Rüti ist während fünf Tagen pro Woche in Betrieb. Die beiden Einäscherungsöfen werden zurzeit mit Gas und Strom betrieben und auf sehr hohe Temperaturen aufgeheizt. Aus diesem Prozess entsteht Abwärme, die genutzt werden kann. Zudem kann im Rauchgasreinigungsprozess nochmals Energie für den Energieverbund gewonnen werden.
Öfen des Krematoriums werden technisch umgerüstet
Ein Teil der Abwärme wird schon heute für die Beheizung der eigenen Räume sowie des Zentrums Breitenhof verwendet. Ein grosser Teil jedoch wird ungenutzt an die Atmosphäre abgegeben.
Künftig wird mehr Wärme gespeichert und der Rücklauf der Abwärmeleitung vom Zentrum Breitenhof wird über den neuen Energy Hub geführt, wo erneut Wärme für den Energieverbund entnommen wird.