Oberland

    Selbstbestimmung im Alter: Wo die Fürsorge aufhört

    Nau.ch Lokal
    Nau.ch Lokal

    Dübendorf,

    Die Stadt Wallisellen lanciert eine Kampagne gegen Grenzverletzungen im Alter. Ein neuer Leitfaden setzt klare Regeln für die Pflege und Betreuung.

    Wallisellen
    Das Gemeindezentrum von Wallisellen. - Nau.ch / Manuel Walser

    Wie die Stadt Wallisellen informiert, setzt sie ein klares Zeichen: Mit einer breit angelegten Sensibilisierungskampagne macht sie auf Grenzverletzungen im Alltag mit älteren Menschen aufmerksam. Im Zentrum steht der Kodex «Nein zu Grenzverletzungen».

    Was gut gemeint ist, kann sich falsch anfühlen. Genau hier setzt die Kampagne an. Unter dem prägnanten Leitsatz «Ich meinte es gut» – «Es hat sich nicht gut angefühlt» zeigt sie, wie unterschiedlich eine Situation von verschiedenen Personen erlebt werden kann.

    Die Botschaft ist klar: Entscheidend ist nicht die Absicht, sondern das Empfinden der betroffenen Person. Ein «Nein» muss gehört – und respektiert – werden.

    Stadtrat setzt klare Leitplanken

    Der Kodex «Nein zu Grenzverletzungen» wurde gemeinsam mit den Organisationen der Alterskonferenz erarbeitet und vom Stadtrat verabschiedet. Er betrifft die Arbeit mit und für Seniorinnen und Senioren in der Stadt Wallisellen (Begleitung, Betreuung, Pflege)– unabhängig davon, ob diese Tätigkeit beruflich oder freiwillig ausgeführt wird.

    Grenzverletzungen entstehen häufig nicht aus böser Absicht, sondern im Alltag: durch Bevormundung, unbedachte Aussagen oder das Übergehen von Bedürfnissen. Schnell kann eine gut gemeinte Fürsorge in einen Übergriff kippen.

    Solche Situationen haben immer zwei Perspektiven. Alle Beteiligten dürfen «Nein» sagen, wenn in ihrer Wahrnehmung Grenzen verletzt werden.

    Hinschauen statt wegschauen

    Mit dem Kodex und der Kampagne verfolgt die Stadt Wallisellen das Ziel ein Umfeld zu schaffen, in dem Respekt, Würde und Sicherheit für alle Beteiligten selbstverständlich sind. Verantwortungsvolles Handeln stärkt das Vertrauen und schützt sowohl unterstützende Personen als auch Menschen mit Unterstützungsbedarf.

    Für alle gilt: Nein sagen. Nein hören. Nein respektieren.

    Kommentare

    Mehr aus Oberland

    Wetzikon ZH
    Wetzikon ZH
    1 Interaktionen
    Streit geht weiter
    Egg ZH
    Unihockey
    Wetzikon ZH
    Wetzikon ZH

    Mehr aus Zürich

    SVP Stadt Zürich Krawalle
    3 Interaktionen
    Krawallnacht
    Issa Berro Tram
    287 Interaktionen
    Nachrennen
    Zürich Krawalle
    282 Interaktionen
    Initiative