Stadt Zürich

Zürcher Kriminalität geht leicht zurück

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Kanton Zürich ist etwas sicherer geworden, die polizeilich registrierte Kriminalität ist rückläufig. Und zwar deutlich stärker als im Schweizer Durchschnitt. Wo der Rückgang sichtbar ist, was der Sicherheitsdirektor dazu sagt und wie die Lage in der Stadt Zürich aussieht: eine Übersicht.

Kantonspolizei Zürich
Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr um 5 Prozent zurückgegangen. - keystone

Wie hat sich die Kriminalität im Kanton Zürich entwickelt?

Die am Montagmorgen veröffentlichte Kriminalstatistik 2025 des Kantons Zürich zeigt: Die Kriminalität, die von der Polizei offiziell erfasst wurde, ging im vergangenen Jahr um 5 Prozent zurück.

In der Schweiz sank die Zahl der Straftaten nur um 1,5 Prozent. Und im Vergleich mit den Nachbarkantonen steht der Kanton Zürich gut da, wie Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) vor den Medien betonte.

Nach drei Jahren steigender Zahlen seit der Corona-Pandemie zeigen die Statistiken erstmals wieder einen Rückgang. Laut Fehr entspricht der Wachstum der Kriminalität seit 2016 genau dem Bevölkerungswachstum im Kanton Zürich.

In welchen Bereichen zeigt sich der Rückgang?

In mehreren Bereichen: Die Einbruchskriminalität ging um 12,5 Prozent zurück, die Jugendkriminalität um 10 Prozent, die Gewaltdelikte um 6 Prozent und die Vermögensdelikte um 5 Prozent.

Bei Letzteren fällt die zahlenmässig deutlichste Abnahme auf: Diebstähle gingen um 2634 Straftaten zurück. Konkret kam es zu rund tausend Einschleich- und Einbruchsdiebstählen weniger als im Vorjahr.

«Die Kantonspolizei geht konsequent gegen Einbruchskriminalität vor», sagte Fehr. Beispielsweise konnte sie im Rahmen der Aktion «Gemeinsam gegen Einbruch» 120 Personen verhaften. «Einbruchsdiebstahl muss man verhindern, die Aufklärungsquote ist sehr gering», sagte Fehr.

Wie viele Gewaltdelikte gab es?

Insgesamt wurden 5995 Delikte gegen Leib und Leben registriert, nach 6365 im Vorjahr. Dabei gab es 12 Todesopfer. Sicherheitsdirektor Fehr schlüsselte auf: Von den 12 Opfern waren 5 Männer und 7 Frauen. Drei Frauen wurden von Frauen, vier von Männern getötet.

Im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt und familiärer Differenzen rückte die Kantonspolizei im Schnitt zwischen 21 und 22 Mal pro Tag aus. Laut Fehr sind Ausländergruppen im Bereich häusliche Gewalt statistisch deutlich übervertreten.

Wer ist im Kanton Zürich kriminell?

7986 Personen, die gegen das Strafgesetzbuch verstossen haben sollen, sind Schweizerinnen und Schweizer – dies ist ein Rückgang von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der Straftäterinnen und Straftäter aus der ausländischen Wohnbevölkerung blieb mit 6240 Personen unverändert. Und 4724 Personen, rund 1 Prozent mehr als im Vorjahr, zählen zur Asylbevölkerung oder gelten als sogenannte Kriminaltouristen.

Die meisten Straftäter der letzten Kategorie stammen aus Rumänien, danach folgen Algerien, die Ukraine, Marokko und Afghanistan.

Wie kommentiert der Sicherheitsdirektor die Zahlen?

Mario Fehr sprach von einer «erfreulichen Entwicklung» betonte aber: «Wir werden nicht ruhen, für Transparenz sorgen und benennen, wer was macht.» Die Kriminalität steige da, wo die Polizeidichte weniger gross sei. «Darum ist es so wichtig, dass wir genügend Polizistinnen und Polizisten und ein gutes Polizeigesetz haben», betonte er.

Am kommenden Montag behandelt der Kantonsrat das revidierte Polizeigesetz in zweiter Lesung. Fehr sagte: «Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, dann will ich ihn rausschmeissen. Lieber heute als morgen». Dabei kritisierte er den Bund, der beispielsweise bei straffälligen Ukrainerinnen und Ukrainern, nicht genug schnell handle.

Wie entwickelte sich die Kriminalität in der Stadt Zürich?

Die Anzahl Straftaten nach Strafgesetzbuch sanken in der Stadt Zürich im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent. Der Rückgang ist vor allem auf die Abnahme bei den Vermögensdelikten zurückzuführen, wie die Chefin der städtischen Kriminalabteilung, Andrea Jug-Höhener, ausführte.

Als Hotspots für Körperverletzungen und Tätlichkeiten gelten der Hauptbahnhof sowie das Gebiet rund um die Langstrasse. Die Anzahl Straftaten gegen und Leben nahm um 126 Fälle ab, rückläufig war auch die Zahl der Einbruchdiebstähle. Und zwar um knapp 20 Prozent.

Die Delikte gegen sexuelle Integrität steig um knapp 12 Prozent an.

Worauf ist das zurückzuführen?

«Ausschliesslich auf die Revision des Sexualstrafrechts, das seit Mitte 2024 in Kraft ist», betonte Jug-Höhener. Mit dem neuen Gesetz gilt bei sexuellen Handlungen gilt neu der Grundsatz «Nein heisst Nein».

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