Stadt Zürich

    Zufall entscheidet, wer diese Zürcher Wohnungen erhält

    Katharina Lehmann
    Katharina Lehmann

    Zürich,

    Die Stadt Zürich lässt den Zufallsgenerator arbeiten: In der neuen Siedlung Tramdepot Hard werden 193 günstige Wohnungen vergeben.

    Wohnsiedlung Tramdepot Hard
    Neue Wohnsiedlung Tramdepot Hard: Der Zufallsgenerator entscheidet in Zürich über potenzielle Mietende. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Zürich kommt seit 2019 ein Zufallsgenerator bei der Wohnungsvergabe zum Einsatz.
    • Die Software wählt aus allen Interessierten zufällig potenzielle Mietende aus.
    • Diese haben dann die Chance, sich auf eine der Wohnungen zu bewerben.

    In Zürich wird der Zufallsgenerator genutzt, um Glückspilze für 193 günstige Wohnungen in der neuen Siedlung Tramdepot Hard auszuwählen.

    Bereits seit 2019 entscheidet in der Stadt Zürich in erster Instanz eine Software, wer in die nächste Runde kommt.

    Sie wählt zufällig 1128 Namen aus einer Liste von 14'467 Interessentinnen und Interessenten aus. Diese Personen erhalten dann eine Einladung zur Bewerbung, die anderen werden abgelehnt. Der «Tagesanzeiger» berichtet darüber.

    Zürich
    In Zürich kostet eine Einzimmerwohnung durchschnittlich 2164.86 Franken. (Symbolbild) - keystone

    Der Grund für die grosse Anzahl der Ausgewählten liegt darin, dass viele Interessentinnen und Interessenten aufgrund von Doppelanmeldungen oder unvollständigen Bewerbungsunterlagen ausscheiden.

    Wie der Zufallsgenerator funktioniert

    Der Zufallsgenerator ist so programmiert, dass er nur einmal betätigt werden kann, um Missbrauch zu verhindern.

    Zürich
    Die neue städtische Wohnsiedlung Tramdepot Hard neben der Limmat. - keystone

    Nach der Zuteilung der eingetroffenen Bewerbungen auf die Wohnungen überprüfen städtische Mitarbeitende die Unterlagen.

    Zürich Hard Wohnungen
    In der neuen Siedlung Tramdepot Hard werden 193 günstige Wohnungen vergeben. - keystone

    Nun können bestimmte Gegebenheiten berücksichtigt werden. Beachtet werden etwa die Dringlichkeit des Wohnungsbedarfs oder Personen mit kleinen Kindern.

    Fairness des Zufallsgenerators

    Es darf die Frage gestellt werden, ob der Zufallsgenerator eine faire Methode ist, um knappen Wohnraum zu verteilen.

    Jedenfalls in der ersten Phase der Wohnungsvergabe haben alle Bewerbenden die gleichen Chancen. Der Zufallsgenerator hat kein soziales Gewissen.

    Bist du gerade auf Wohnungssuche?

    Kornel Ringli, Sprecher von Liegenschaften Stadt Zürich, argumentiert im «Tagesanzeiger»: «Der Zufallsgenerator wählt eine ziemlich grosse Gruppe aus, sodass statistisch sowohl die Verzweifelten als auch die Optimierer unter den 1128 ausgelosten Personen sind.»

    Für das Zusammenleben in einer Wohnsiedlung sei es wichtig, dass unterschiedliche Menschen dort wohnen würden.

    Kommentare

    User #6350 (nicht angemeldet)

    Artikeltext: «Für das Zusammenleben in einer Wohnsiedlung sei es wichtig, dass unterschiedliche Menschen dort wohnen würden.» Da bin ich aus 65jähriger Erfahrung anderer Meinung. Wenn die unterschiedlichsten Intellektuellen und charakterlichen Niveaus und Kulturen miteinander auskommen müssen, funktioniert das nicht. Das Alter spielt weniger eine Rolle und auch nicht, ob Kinder oder ohne.

    User #5801 (nicht angemeldet)

    Gegenüber den Steuerzahlern eine Frechheit Sozialwohnungen anzubieten. Auch im Wohnungssektor hat der freie Markt zu entscheiden

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