Stadt Zürich

Zoo Zürich sucht neues Unternehmen für Bau der Pantanal-Voliere

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zoo Zürich hat am Donnerstag mitgeteilt, dass die Pantanal-Voliere gebaut werde. Die Vergabegespräche mit Unternehmen für den Bau stünden kurz vor dem Abschluss. Derzeit stehen die Arbeiten auf dem geplanten Areal noch still.

Verwaltungsratspräsident Martin Naville (links) und Zoodirektor Severin Dressen präsentierten am Donnerstag ihre Fakten zur Pantanal-Voliere.
Verwaltungsratspräsident Martin Naville (links) und Zoodirektor Severin Dressen präsentierten am Donnerstag ihre Fakten zur Pantanal-Voliere. - KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Der Zoo arbeite daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen, sagte Verwaltungsratspräsident Martin Naville vor den Medien. Im Dezember deklarierte der Zoo einen Leistungsverzicht gegenüber der Stahlbaufirma Baltensperger.

«Schon früh leuchteten bei mir die roten Lämpchen in der Zusammenarbeit mit der Firma», sagte Naville. Denn es habe in der Stahlbauphase durch die Firma Baltensperger bedeutende Abweichungen von den Vertragsvorgaben gegeben. Diese hätten die Technik, die Termine und die Kosten betroffen – «trotz intensiver Unterstützung des Zoos», wie Zoodirektor Severin Dressen betonte.

Das Unternehmen wehrte sich in der Vergangenheit gegen die Vorwürfe und gab an, das Projekt habe sich weit über den ursprünglich definierten Rahmen hinaus entwickelt. Dennoch fühlte sich die Firma in der Lage, das Projekt umzusetzen.

9,5 Millionen Franken, rund 75 Prozent der Vertragssumme, habe der Zoo der Firma vorausbezahlt. 4 Millionen Franken seien mit einer im Werkvertrag festgehaltenen Bankgarantie für die nicht erbrachten Leistungen gesichert gewesen. Teile im Wert von 0,7 Millionen Franken hatte der Zoo bereits erhalten. Weitere Teile im Wert von 4,2 Millionen Franken wurden schon vorproduziert, doch weigere sich die Firma Baltensperger die Teile herauszugeben.

Auch nach Abruf der Bankgarantie ergebe sich ein Plus für die Stahlbaufirma. Dennoch befindet sie sich inzwischen in provisorischer Nachlassstundung, wie Ende Dezember bekannt wurde. Das Abrufen einer Bankgarantie könne nach Ansicht des Zoos nicht der einzige Grund für den Konkurs einer Firma mit einer solchen Grösse sein.

«Um die Stahlbogenteile dennoch nutzen zu können, haben wir der Firma eine grosszügige Offerte für die Lieferung geboten», sagte Dressen. Doch die Firma habe fast die gesamte Vertragssumme verlangt, woraufhin der Zoo die Verhandlungen beendet habe. Der Zoo plane nicht, die Firma Baltensperger einzuklagen, halte sich aber alle Optionen offen.

Die Arbeiten an der Gross-Voliere stehen seit Wochen still. «Wir arbeiten daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen», sagte Dressen. Derzeit liefen entsprechende Vergabegespräche und stünden kurz vor Abschluss.

Erst wenn das neue Stahlbau-Unternehmen feststehe, könne auch der Terminplan kommuniziert und ein neues Eröffnungsdatum für die Pantanal-Voliere terminiert werden. «Wir möchten unsere Energie jetzt komplett auf das Bauprojekt fokussieren», sagte Dressen.

Auf einer Fläche von 11'000 Quadratmetern möchte der Zoo das südamerikanische Feuchtgebiet Pantanal nachbilden. Stahlbögen sollen ein 1400 Tonnen schweres Gitternetz tragen und bis zu 35 Meter hoch in den Himmel ragen. Dort sollen unter anderem gefährdete Tierarten wie Ameisenbär, Hyazinthara, Flachlandtapir und Sonnensittich leben.

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