Velostation wird zu «Shell-Tankstelle» – Gemeinde prüft Anzeige

In Regensdorf sorgt eine umgebaute Veloverleihstation für Staunen. Doch Gemeinde und Shell nehmen den Streich nicht (nur) mit Humor.
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Das Wichtigste in Kürze
- In Regensdorf wurde eine Velostation zur Mini-Shell-Tankstelle umgestaltet.
- Die unbekannte Aktion sorgte bei Anwohnenden für Staunen und viel Neugier.
- Die Gemeinde wusste nichts davon und prüft nun sogar eine Anzeige.
In Regensdorf ZH staunen Anwohnende derzeit über eine ungewöhnliche Attrappe: Eine Veloverleihstation wurde über Nacht zu einer Art Mini-Shell-Tankstelle umgestaltet.
Aus der zuvor schwarz-grünen ist eine weisse Säule mit gelb-rotem Farbschema geworden. Oben prangt das Shell-Logo. An der Seite hängt ein Staubsauger-Schlauch, der die Zapfpistole simulieren soll.
Aufgefallen ist die Aktion auch Ex-SVP-Kantonsrat Claudio Schmid. Er postete Fotos der Attrappe auf Facebook und schreibt: «Kann mir nicht vorstellen, dass die politische Gemeinde #Regensdorf einen Vertrag mit Shell unterhält, um Benzin zu verkaufen und das Logo zu benützen.»
Sollte die Gemeinde dies «aus Klamauk» getan haben, liege eine Markenrechtsverletzung vor, mahnt Schmid.
«Heimkino» für die Anwohnenden, weniger für die Gemeinde
Anwohnende sehen die Aktion gelassener, wie sich vor Ort zeigt. Marc (21) sagt zu Nau.ch: «Es kamen sehr viele Leute und schauten es sich an. War schon lustig, wir hatten Heimkino.»
Auch Natascha (43) spricht von einem «echten Hingucker». Und: «Es reizt einen richtig, eine Kreditkarte hinzuhalten, um zu sehen, ob es funktioniert.»
Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar. Auch die Gemeinde Regensdorf weiss es nicht. «Wir hatten keine Kenntnis von der Aktion», sagt Gemeindeschreiber Stefan Pfyl auf Anfrage. Was die Botschaft dahinter sein soll, erschliesse sich der Gemeinde nicht.
Im Gemeindehaus stösst die Sache auf weniger Begeisterung als in der Anwohnerschaft. «Auf den ersten Blick erscheint die Aktion spassig. Sie verursacht aber Aufwand», erklärt Pfyl. Dieser Aufwand werde dem Verursacher «sicher in Rechnung gestellt», falls dieser bekannt werde.
Die Stele werde nun wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Doch nicht nur das: «Wir prüfen, ob wir eine Anzeige erstatten werden», so Pfyn.
Shell verweist auf die Markenrechte
Shell Schweiz kann eine gewisse Sympathie für die arrangierte Zapfsäule nicht leugnen. «Ich musste wirklich genauer hinschauen, um zu erkennen, worum es sich handelt», sagt Sprecherin Jane Nüssli. Das Werk sei «optisch durchaus beeindruckend».
Zugleich verweist der Energieriese auf die Markenrechte. Die Verwendung des Muschel-Logos sei «ohne Zustimmung nicht erlaubt», stellt Nüssli klar.
Shell bittet die unbekannte Person deshalb, die Anpassungen rückgängig zu machen. Und darauf zu achten, dass die bestehende Säule dabei keinen Schaden nimmt.













