Stadt Zürich

Vaper qualmen ungestört – 500 Franken Busse gefordert

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

Weder Rauchen noch Vapen erlaubt die SBB ausserhalb bestimmter Zonen. Insbesondere Vaperinnen und Vaper pfeifen darauf – ohne Konsequenzen.

Vaping
Das Rauchverbot auf den Perrons schert die Vaper nicht. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Vaper halten sich schlechter an das Rauchverbot auf Perrons als Zigi-Raucher.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention fordert bei einem Verstoss 500 Franken Busse.
  • Die SBB sieht jedoch keinen Handlungsbedarf.

Bis die S-Bahn in Richtung Zürich kommt, lassen die beiden jungen Männer richtig Dampf ab. Eine grosse, weisse Dampfwolke bläst der eine in die Luft.

Daneben sitzt sein Kumpel auf dem Bänkchen und qualmt. Gemütlich dampfen und plaudern sie frühmorgens – und das mitten auf dem Perron.

Mit der gleichen Selbstverständlichkeit zücken Pendlerinnen und Pendler an Schweizer Bahnhöfen regelmässig Vapes. Ob Menthol oder Wassermelone – die Passanten dahinter bekommen einen Schwaden davon ab.

Dabei ist Rauchen auf den Perrons ausserhalb von Raucherzonen verboten. Darauf machen Tafeln aufmerksam. Diese zeigen Piktogramme mit durchgestrichenen Zigaretten.

Auch Vaper haben keine Ausrede. Die Bahnhofordnung stellt klar, dass Rauchen, «einschliesslich E-Zigaretten und Verdampfern», ausserhalb der gekennzeichneten Raucherbereiche nicht gestattet ist.

Falsche Wahrnehmung bestehe

Der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention (AT) Schweiz sind die Vaper auf den Perrons schon lange ein Dorn im Auge.

«Konsumierende von E-Zigaretten halten sich generell weniger konsequent an Rauchverbote als klassische Raucherinnen und Raucher.» Dies bestätigt Geschäftsführer Luciano Ruggia zu Nau.ch.

Sollen Vaper auf Perrons mit 500 Franken Busse bestraft werden?

Die AT erhält laut Ruggia zudem regelmässig Meldungen von Personen, die sich über Vaping in Zügen beklagen.

Bei Konsumierenden von E-Zigaretten bestehe häufig die falsche Wahrnehmung, dass diese Produkte weniger oder gar nicht gesundheitsschädlich seien. «Und daher weniger stark unter Rauchverbote fallen.»

E-Passivrauchen und Risiken

E-Zigaretten erzeugen oft weniger sichtbaren Aerosol als klassische Zigaretten. «Auch werden sie als ‹weniger störend› wahrgenommen», sagt Luciano Ruggia.

Daraus entstehe bei manchen Nutzenden der Eindruck, das Konsumieren sei in bestimmten Situationen tolerierbar. «Selbst dort, wo klare Rauchverbote gelten.»

Tatsächlich gibt es aber auch beim Passivrauchen von E-Zigaretten gesundheitliche Risiken. Dies belegen laut Luciano Ruggia neuere wissenschaftliche Studien.

Um mehr Druck gegen Passivrauchen aufzubauen, hat die AT kürzlich die Plattform «Passivesmoke.ch» lanciert. Diese bietet auch ein Meldetool, in dem Passivrauchende belastbare Situationen erfassen können. Die AT plant, auf dieser Grundlage, künftig einmal jährlich einen Bericht über das tatsächliche Ausmass des Passivrauchens zu veröffentlichen.

Piktogramme mit E-Zigis

Wer auf einem Perron beim Rauchen oder Vapen erwischt wird, muss mit keiner Busse rechnen. Die SBB macht auf Anfrage pauschal auf die Konsequenzen bei Verstössen gegen die Bahnhofordnung aufmerksam.

Solche könnten zu Wegweisungen, Schadenersatzforderungen und respektive oder Strafverfolgungen führen. Es könnten auch Umtriebsentschädigungen von mindestens 25 Franken erhoben werden.

Die AT stellt der SBB klare Forderungen. «Aus unserer Sicht wären 500 Franken Busse bei Verstössen gegen das Rauchverbot sinnvoll und gerechtfertigt», sagt Luciano Ruggia.

Auch fordert die AT eine klare Signalisation der Rauchverbote. Demnach sollen die Piktogramme nicht nur die klassische Zigarette, sondern auch Vapes abbilden. In Frankreich seien die Beschilderungsnormen bereits angepasst worden.

Zudem fordert man entsprechende Bodenmarkierungen auf den Perrons. «Ansonsten halten sich Rauchende kaum oder nur ungenügend an das Verbot», sagt Ruggia.

Wöchentliche Rückmeldungen bei SBB

Die SBB schätzt die Situation anders ein. «Grossmehrheitlich halten sich die Rauchenden an die Spielregeln», sagt Mediensprecher Moritz Weisskopf. Wo es Regeln gebe, gebe es jedoch immer auch Personen, die diese missachteten. «Unsere Mitarbeitenden vor Ort beobachten und kontrollieren die Einhaltung der Regelung

Schweizweit erhalte die SBB pro Woche rund drei bis vier Kundenrückmeldungen zum Thema Rauchen an Bahnhöfen, sagt Weisskopf. «Eine separate Erfassung ausschliesslich zum Konsum von E‑Zigaretten erfolgt nicht.»

Wenn nötig, reagiert die SBB mit weiteren Massnahmen wie auch der Signalisation vor Ort. «Aktuell ist diesbezüglich nichts in Umsetzung.» Das Piktogramm stehe stellvertretend für alle Rauchwaren. «Im Text neben dem Piktogramm sind E-Zigaretten zudem explizit erwähnt.»

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