Unbekannte zünden Feuerwerk neben Knast – für Insassen?

Unbekannte zünden in Pfäffikon ZH immer wieder Feuerwerk – angeblich für Knast-Insassen. Während diese jubeln, ärgern sich Anwohner.

Das Wichtigste in Kürze
- Neben dem Gefängnis in Pfäffikon ZH zünden Unbekannte wiederholt Feuerwerk.
- Anwohnende beklagen sich gegenüber Nau.ch: «Es ist Ruhestörung.»
- Die Polizei berichtet von laufenden Ermittlungen.
In Pfäffikon ZH werden Anwohnerinnen und Anwohner nahe dem Gefängnis regelmässig von lautem Feuerwerk gestört. Auf Facebook beklagen sich in der Gruppe «Pfäffiker helfet Pfäffiker ZH» mehrere Personen über den Lärm.
Besonders betroffen sind eigenen Angaben zufolge vor allem Hundebesitzer, deren Haustier nervös wird.
Doch es geht um mehr als bloss Lärm.
Eine Anwohnerin scheint zu erahnen, für wen das laute Feuerwerk angedacht ist. Sie schreibt: «Neben dem Gefängnis wird für die Insassen eine Feuerwerksbatterie von Unbekannten angezündet. Die Insassen im Knast schreien dann und jubeln.»
Ein Gruss aus der Freiheit an die Insassen?

Nau.ch fragt nach.
Dass es im Gefängnis zu Jubel oder lauteren Zurufen kommt, bestätigt das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung. Der Jubel sei «eine nachvollziehbare Reaktion auf ein aussergewöhnliches Ereignis».
Ob die Häftlinge das Feuerwerk auch sehen können, hänge unter anderem von ihrem Standort im Gebäude ab. Klar ist aber: Von den Hafträumen und Spazierhöfen aus ist der Himmel sichtbar.
Das Gefängnis wurde erst diesen Juli nach zweieinhalb Jahren Sanierung wiedereröffnet. Laut Anwohnern knallte es aber schon vor dem Umbau «regelmässig». Einige vermuten, es waren «FCZ-Sympathisanten, die ihre Kollegen in U-Haft gefeiert haben».
Eine andere Anwohnerin hegt einen wilderen Verdacht: «Ist das ein Versuch, ein Loch in die Betonwand zu sprengen?» Immerhin gibt es hier nebst 68 Plätzen für U-Haft auch 12 Plätze in der Sicherheitsabteilung.
Hier sitzen Inhaftierte, bei denen die Gefahr besteht, dass sie anderen oder sich selbst Gewalt antun. Auch inhaftierte Personen mit einer erhöhten Fluchtgefahr können in der Sicherheitsabteilung sitzen.
«Ziemlich laute Böller»
Nau.ch hat vor Ort mit einer Anwohnerin gesprochen, die anonym bleiben will. Auch sie hat wenig Freude am Feuerwerk und den Böllern. «Es ist mühsam, weil es in der Nacht geschieht und sehr laut ist. Es ist wirklich Ruhestörung.»
Die unbekannten Täter würden jeweils «ziemlich laute Böller» zünden und sich dann aus dem Staub machen, erzählt sie. «Mit Velos oder Autos – je nach dem, was sie gerade haben.»
Die Anwohnerin stört sich vor allem daran, dass es vonseiten der Behörden keine Informationen gibt. Sie will wissen, was genau von wem gezündet werde. Angst habe sie aber keine. «Ich denke nicht, dass sie in unsere Wohnung kommen wollen, wenn sie flüchten.»
Aber: «Ich möchte informiert werden, wenn es Inhaftierte gibt, die gefährlich sind.»
Kapo: «Ermittlungen am Laufen»
Die Kantonspolizei Zürich ist über die Feuerwerks-Vorfälle in Pfäffikon informiert und bestätigt eingegangene Meldungen. «Entsprechende Ermittlungen sind am Laufen», heisst es auf Anfrage. Doch: «Zu deren Inhalt sowie zu möglichen Motiven oder Hintergründen können wir keine weiteren Angaben machen.»
Wer aber Personen beobachte, «die sich für solche Aktionen im Bereich des Gefängnisses aufstellen», könne sich melden. Dies sei direkt über die Notrufnummer 117 möglich.
Ob das Feuerwerk tatsächlich für Insassen gezündet wird oder es sich um einen Streich handelt, ist also offen. Fest steht nur, dass die Häftlinge Freude daran haben.
Auf Facebook kommt derweil die Idee einer Nachbarschaftswache auf. «Wir können uns ja einen Schichtplan machen», schreibt eine Userin. Ob das mehr Licht ins Dunkel bringt?
In der Gemeinde Pfäffikon ist Feuerwerk grundsätzlich nur an den Feiertagen 1. August und am 31. Dezember erlaubt. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Busse von 150 Franken.











