Tempo 80: Katze Rutli überfahren – Zürcher Bauer platzt der Kragen

Nach dem Tod von Katze Rutli platzt Bauer Björn Wirth der Kragen: Er fordert Tempo 60 auf der Rheinsfelderstrasse bei Eglisau ZH.
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Das Wichtigste in Kürze
- Katze Rutli wurde auf der Rheinsfelderstrasse bei Eglisau ZH überfahren.
- Besitzer Björn Wirth platzt der Kragen.
- Seit 2023 wurden dort sieben seiner Katzen überfahren.
- Wirth fordert deshalb Tempo 60 statt 80.
Rutli gehörte einfach dazu. Zum Hof, zu den Kühen und zum Alltag von Bauer Björn Wirth. Die zutrauliche Katze streifte über die Felder rund um den Betrieb und kam immer wieder nach Hause.
Diesmal nicht.
Wirth fand Rutli tot an der Rheinsfelderstrasse zwischen Eglisau und Zweidlen ZH. Sie war überfahren worden.

Wer sie angefahren hat, weiss er nicht. Gemeldet habe sich bei ihm niemand. Und damit war für Wirth ein Punkt erreicht, an dem sich der Ärger nicht mehr einfach herunterschlucken liess.
«Es haut mir den Nuggi raus mit dieser Strasse»
Seit Jahren ärgert er sich über die Verkehrssituation vor seinem Hof. Immer wieder erlebt er gefährliche Situationen, immer wieder werden seine Katzen überfahren.

Nach Rutlis Tod greift Wirth zum Handy. Er filmt die tote Katze am Strassenrand und macht seinem Frust in einem Facebook-Video Luft.
«Es haut mir langsam, aber sicher, den Nuggi raus mit dieser Strasse», sagt er später zu Nau.ch.
«Dann klopft doch wenigstens»
Besonders stört Wirth, dass sich nach dem Zusammenstoss niemand bei ihm gemeldet habe. Laut Aufnahmen der Überwachungskamera wurde Rutli morgens um 5.39 Uhr angefahren. Zu dieser Zeit seien Wirth und seine Familie bereits im Stall gewesen.
«Es ist vor unserer Haustür passiert», sagt er. «Dann geht doch einfach schnell rufen oder klopfen.» Auch an der Haustür hätte man klingeln können.
Dass ein Tier auf die Strasse gerate und ein Unfall passieren könne, sei das eine. Einfach weiterzufahren und nichts zu sagen, das andere.
Wirth fand Rutli bereits leblos. Zumindest darüber sei er froh. Er wolle sich nicht vorstellen, dass die Katze nach dem Zusammenstoss noch länger leiden musste.
Schon sieben Katzen seit 2023
Rutli ist nicht die erste Katze des Hofs, die auf der Rheinsfelderstrasse ihr Leben verlor. 2025 wurde eine von Wirths Katzen überfahren, 2024 waren es gleich drei und 2023 zwei. Mit Rutli sind es seit 2023 sieben.
Für Wirth sind die Katzen dabei nicht einfach nur Haustiere.

«Wir können gar nicht ohne Katzen», sagt er. Wo Futter für die Kühe gelagert werde, seien Mäuse ein ständiges Thema. Die Katzen hielten diese in Schach.
Wirth fordert Tempo 60
Auf der Rheinsfelderstrasse gilt Tempo 80. Wirth kämpft nach eigenen Angaben schon seit Jahren für eine Reduktion. Tempo 60 hält er für realistisch.
«Wir haben auf dieser Strecke so viele Probleme, die niemanden interessieren», sagt er.
Es gebe mehrere Engpässe. Gleichzeitig seien Velofahrerinnen und Velofahrer unterwegs, und die Familie müsse bei der Arbeit immer wieder die Strasse überqueren.
Laut Wirth fanden bereits Besprechungen vor Ort mit Gemeindevertretern und der Polizei statt. Bei einer solchen Begehung habe ihm ein Polizist gesagt, auf der Strecke passiere schlicht zu wenig für eine Temporeduktion.
Für Wirth kaum zu glauben.
«Wollen Sie mich verarschen? Muss zuerst ein Mensch überfahren werden, bis etwas passiert?», habe er darauf geantwortet.
Wie gefährlich er die Situation empfindet, habe er erst kürzlich wieder selbst erlebt. Vergangene Woche sei er beinahe von einem Lamborghini angefahren worden.
Bald lebt hier auch sein Kind
Die Sorge beschäftigt Wirth inzwischen noch stärker. Seine Freundin ist schwanger. Auch bei den Nachbarn leben bereits Kinder.
«Wir haben bald kleine Kinder an dieser Strasse», sagt er.
Wirth selbst wuchs dort in den 1990er-Jahren auf. Damals habe es deutlich weniger Verkehr gegeben. Auch Smartphones als zusätzliche Ablenkung am Steuer seien noch kein Thema gewesen.
Nur eines sei gleich geblieben: das Tempo.
Gemeinde Eglisau schweigt bisher
Wirth kritisiert, dass sich weder Eglisau noch Glattfelden ausreichend um die Situation kümmerten.
Nau.ch hat die Gemeinde Eglisau mit seiner Kritik konfrontiert und unter anderem gefragt, wie sie die Verkehrssicherheit auf der Rheinsfelderstrasse beurteilt und ob eine Temporeduktion geprüft wird.
Eine Antwort steht noch aus.






