Maag Halle feiert Jubiläum – doch die Zukunft bleibt offen

25 Jahre Maag Halle, zehn Millionen Besuchende und unzählige grosse Bühnenmomente: In Zürich-West wurde gefeiert. Hier sind die Bilder.

Ein Vierteljahrhundert Maag muss gefeiert werden. Und zwar richtig. Am Donnerstagabend verwandelte sich die Maag in Zürich-West für einmal selbst zur grossen Bühne.
Zwischen Showbusiness, Kultur, Politik und Medien wurde angestossen, zurückgeblickt und vor allem über die Zukunft gesprochen. Denn hinter der Jubiläumsfeier steckt eine durchaus ernste Frage: Wie geht es mit der Maag nach 2029 weiter?
Vom Provisorium zur Zürcher Institution
Als Darko Soolfrank und Guido Schilling die Maag 2001 als Zwischennutzung ins Leben riefen, war kaum abzusehen, welche Erfolgsgeschichte daraus entstehen würde. Heute ist die Maag aus dem Zürcher Kultur- und Veranstaltungsleben kaum mehr wegzudenken.
Rund zehn Millionen Besucherinnen und Besucher haben die verschiedenen Veranstaltungen inzwischen erlebt. Internationale Stars wie Lady Gaga, Ed Sheeran und Imagine Dragons traten hier auf, ebenso Schweizer Publikumslieblinge wie Hecht.
Einen besonderen Platz in der Maag-Geschichte nimmt «Ewigi Liebi» ein. Das Musical von Roman Riklin lockte rund 720'000 Zuschauerinnen und Zuschauer an und wurde damit zum erfolgreichsten Schweizer Musical überhaupt.
Aus der ursprünglichen Zwischennutzung ist längst ein professioneller Kulturbetrieb geworden – mit rund 80 Festangestellten und zirka 300 freien Mitarbeitenden.
25 Jahre als spektakuläre Zeitreise
Beim Jubiläumsabend wurde diese Geschichte nicht einfach in einer klassischen Rückschau erzählt. Eine immersive Lichtshow von «Okula» liess die vergangenen 25 Jahre auf spektakuläre Weise wieder auferstehen.
Bühnenmomente, Konzerte und grosse Produktionen wurden zu einer visuellen Zeitreise durch die Geschichte der Maag.
Mittendrin: zahlreiche bekannte Gesichter aus der Schweizer Szene. Unter den Gästen waren unter anderem Konzertveranstalter André Béchir, Act-Entertainment-Chef Thomas Dürr, Ex Miss Schweiz und Moderatorin Anita Buri, SRF-Direktor Roger Elsener, ZFF-Direktor Christian Jungen, Prix Walo Chefin Monika Kaelin, Circus-Monti-Direktor Johannes Muntwyler, Komponist und Musiker Roman Riklin, Art on Ice Veranstalter Oliver Höner sowie Ernesto Graf von Karl’s kühne Gassenschau.
Auch aus der Zürcher Politik waren prominente Namen dabei: Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Stadtpräsident Raphael Golta, Hochbauvorsteher André Odermatt, FDP-Zürich-Präsident Filippo Leutenegger und der frühere Zürcher Kulturchef Jean-Pierre Hoby. Moderatorin Sandra Studer führte durch den Abend.
Maag soll bestehen bleiben
Doch irgendwann rückte die Party in den Hintergrund. Denn die Frage, die viele der Gäste beschäftigte, ist jene nach der Zukunft. Der aktuelle Mietvertrag mit der Eigentümerin Swiss Prime Site läuft 2029 aus.
Für die beiden Maag-Gründer bedeutet das: Die Suche nach einer langfristigen Lösung läuft.
Auf dem Podium diskutierten dazu Regierungsrätin Jacqueline Fehr und Stadtpräsident Raphael Golta. Ebenso auch über die Bedeutung einer unabhängigen und nichtsubventionierten Kulturinstitution für Zürich.
Die Gäste haben klare Vorstellungen: «Ich wünsche vor allem, dass sie weitermachen», sagt Theo Hitzig von Lapsus. Noch sei schliesslich nicht garantiert, dass es weitergehe. Sollte die Maag ihre heutige Halle verlassen müssen, hoffe er auf einen guten neuen Ort.
Auch Entertainerin und Prix Walo – Chefin Monika Kaelin unterstreicht die Bedeutung des Standorts: «Es ist kulturell ganz wichtig, dass die Halle weiter besteht.»
Konzertveranstalter André Béchir formuliert es noch kürzer: «Die Maag soll noch lange bestehen bleiben.»
Und Ernesto Graf von Karl’s kühne Gassenschau hofft schlicht, «dass mit Maag noch lange nicht Schluss ist.» Bruno Gschwind von Lapsus bringt die Situation mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: «Totgesagte leben länger.»
Zürich braucht die Maag
So wurde aus dem 25-Jahr-Jubiläum mehr als eine nostalgische Geburtstagsparty. Der Abend zeigte, welchen Stellenwert die Kulturinstitution, welche gänzlich ohne Subventionen auskommt, mittlerweile für Zürich besitzt.
Die Geschichte begann als temporäres Projekt. Heute steht die Maag für grosse Unterhaltung, Konzerte, Musicals und eine eigenständige Kulturszene – und beschäftigt Hunderte von Mitarbeitenden.
2029 wird deshalb zum entscheidenden Datum. Bis dahin bleibt Zeit, eine Lösung zu finden.
Der Jubiläumsabend hat jedenfalls eines deutlich gemacht: Die Maag soll nicht einfach Geschichte werden, sondern soll ihre Geschichte weiterschreiben. Und zwar weiterhin in der Stadt Zürich.

















