Flughafen Zürich: Mitarbeiter protestieren gegen teurere Parkplätze

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold, Stephan Felder

    Kloten,

    Trotz Rekordgewinn: Am Flughafen Zürich steigen Parkgebühren fürs Personal, Benefits werden gestrichen. Das sorgt für Protest und Unmut.

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    Mitarbeitende am Flughafen Zürich protestieren gegen das neue Parkplatz-Reglement. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mitarbeitende am Flughafen Zürich zahlen künftig mehr fürs Parkieren.
    • Zudem verlieren sie Vorteile wie das Gratisparken während Ferien.
    • Eine Petition mit 5000 Unterschriften blieb erfolglos.

    Viele Schweizerinnen und Schweizer fahren mit dem Auto an ihren Arbeitsplatz. Das Fahrzeug können sie oft gratis oder zu einem stark reduzierten Preis auf den Parkplätzen des Arbeitgebers abstellen.

    Nicht so am Flughafen Zürich. Dort müssen die Angestellten für ihre Parkplätze immer mehr bezahlen.

    Und: Ein beliebter Benefit wurde dem Flughafenpersonal gestrichen: Mitarbeitende konnten ihr Auto während den eigenen Ferien bislang 10 Tage gratis abstellen. Nun nur noch 36 Stunden.

    Petition hat keinen Erfolg

    Und das, obwohl der Flughafen Zürich letztes Jahr mit 346 Millionen Franken Gewinn das beste Resultat in seiner Geschichte erzielte.

    Grund für die Gewerkschaft VPOD, ein Protest-Zmittag durchzuführen. Regionalsekretär Stefan Brülisauer erklärt: «Die Mitarbeitenden wollen die Preiserhöhungen und Leistungsverschlechterungen nicht akzeptieren.»

    Eine Petition mit 5000 Unterschriften hat bei der Flughafenleitung kein Gehör gefunden.

    «Ich zahle für den Parkplatz am Arbeitsort mehr als für meinen Parkplatz an meinem Wohnort», nervt sich Flughafen-Mitarbeiter Marcel.

    Und Oliver ergänzt: «Wir haben quasi die gleichen Preise für deutlich weniger Leistung. Das ist nicht okay.»

    Mitarbeiter können Auto während Geschäftsreise nicht mehr stehen lassen

    Für eine Geschäftsreise das Auto am Flughafen stehen lassen, gehe nun nicht mehr, sagt Oliver.

    «Ich müsste mit dem Zug kommen, wäre eineinhalb Stunden pro Weg unterwegs.» Auch weg falle das Goodie, das eigene Auto während der Ferien am Flughafen stehen zu lassen.

    Um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen, haben die Flughafen-Mitarbeitenden der Flughafenleitung einen «Preis» verliehen: Den Preis für «Parkplatz-Abzocke!», wie auf einem schwarzen Stein eingraviert steht.

    Flughafen Zürich: Geht nicht ums Geld

    Gemäss Flughafen-Mediensprecherin Bettina Kunz geht es beim neuen Parkregime nicht darum, die Mitarbeitenden zu strafen.

    Es gehe auch nicht ums Geld, sondern um die Kapazität. «Die Kapazität an Parkplätzen am Flughafen stösst immer mehr an ihre Grenzen», so Kunz.

    Verstehst du die Proteste?

    Sie rechnet vor: «Es gibt immer mehr Tage mit mehr als 100'000 Passagieren am Flughafen Zürich. Mittlerweile arbeiten 35'000 Menschen hier, es gibt aber nur 20'000 Parkplätze.»

    Stünden noch die Autos der Mitarbeitenden mit Ferien auf diesen Parkplätzen, fänden jene, die am Arbeiten sind, keinen Platz mehr.

    Kunz: «Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen Mitarbeiter einen Parkplatz finden, die zum Arbeiten am Flughafen sind.»

    Beim Flughafen ist das letzte Wort daher bereits gesprochen: Die Veränderungen treten ab dem 1. Mai in Kraft.

    Kommentare

    User #3561 (nicht angemeldet)

    Höre es auch von anderen Seiten, dass z.B. in der "Gestrandeten"-Hotellerie die aktiven Mitarbeiter/innen (nicht die Chefetage!) auf sehr unanständige Art ausgenutzt werden: Effektive live-Arbeitszeiten, immer mehr zusätzliche Aufgaben, vom grossen Arbeitsanfall her gar nicht möglich einhaltbare Pausenzeiten usw.. Auf relativ überschaubare Zeit werden dem Flughafen die paar noch treuen Leute in Scharen davonlaufen ...

    User #6453 (nicht angemeldet)

    Schon mal was von ÖV gehört liebe Mitarbeiter!?

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