Betrug trifft sogar Bank-Profis – Zürcher verliert 13'000.-

Ein Ex-Bankmitarbeiter aus Dübendorf ZH wird Opfer eines dreisten Betrugs und verliert sein gesamtes Erspartes.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Ex-Bankmitarbeiter aus Dübendorf ZH fällt auf einen Betrug herein und verliert sein Erspartes.
- Das Opfer wirft seiner Bank mangelnde Kontrollen bei verdächtigen Zahlungen vor.
- Die Regionalbank BSU lehnt eine Verantwortung ab und verweist auf bestätigte Sicherheitsverfahren.
Ein Mann (60) aus Dübendorf ZH hat sein gesamtes Erspartes verloren. Schuld war ein falscher Klick. Nun streitet er mit seiner Bank über die Verantwortung für den Schaden, wie die «ZO Online» berichtet.
Speziell an dem Fall: Das Opfer arbeitete selbst bis vor drei Jahren als Teamleiter in der Kundenbetreuung einer Bank. Sogar Profis trifft es inzwischen also.
Bank-Login-Seite wirkte «täuschend echt»
Was genau ist passiert? Der Mann wollte auf der Verkaufsplattform Tutti einen Haushaltsgegenstand für 100 Franken verkaufen.
Ein angeblicher Käufer meldete sich per WhatsApp und schickte ihm einen Link. Dieser sollte die Zahlung auslösen.
Er klickte auf den Link und landete auf einer Seite, die wie die Plattform von Tutti aussah. Dort war eine Liste von Schweizer Banken aufgeführt.
Er wählte das Symbol seiner Hausbank – der Regionalbank BSU – und sah eine Login-Seite. Diese hielt er für «täuschend echt». Er gab seine Zugangsdaten ein. Damit hatten die Betrüger seine Kontodaten.
Betrüger räumen das Konto in der Nacht leer
Er bemerkte den Fehler kurz danach. Die Seite zeigte «Anmeldung fehlgeschlagen» an, sagte er gegenüber der Regionalzeitung «ZO Online». Er wurde misstrauisch, änderte sofort sein Passwort und rief bei der BSU an.
Eine Mitarbeiterin empfahl ihm, das Konto zu sperren. Das lehnte er ab. Er vertraute der Zwei-Faktor-Authentifizierung – einem Sicherheitssystem, bei dem jeder Login auf einem Computer zusätzlich per Handy bestätigt werden muss.

In der Nacht schlugen die Betrüger jedoch zu. Sie änderten das Passwort und lösten mehrere Zahlungen an fremde Konten aus.
Am nächsten Morgen war das Konto leer. «13'000 Franken waren weg», sagt er.
Opfer kämpft um seine Existenz
Für den 60-Jährigen ist der Verlust mehr als nur ein finanzieller Schaden: «Mit dem Kapital wollte ich eine neue Existenz als CO2-Berater für Firmen aufbauen. Ohne das Geld ist mein nächster Schritt der Weg zum Sozialamt», sagt er der Online-Zeitung.

Er macht der BSU-Bank Vorwürfe: Vier gleichförmige Zahlungen mitten in der Nacht an ihm völlig unbekannte Empfänger seien nach 30 Jahren unauffälligem Kontoverhalten auffällig. Wenn ein solches Muster keine Warnung auslöse, greife das System offensichtlich nicht, sagt er.
Ein weiterer Vorwurf betrifft die Registrierung des fremden Geräts. Die Bank hätte dabei einen physischen Nachweis verlangen müssen.
Regionalbank verteidigt ihre Systeme
Die Bank weist die Vorwürfe zurück. In einem Schreiben, das der Online-Zeitung vorliegt, erklärt die BSU, ihr System prüfe Transaktionsmuster, Empfängerdaten und den Zahlungszeitpunkt.
Dennoch könne nicht jede ungewöhnliche Transaktion automatisch als Betrug eingestuft werden. Wenn ein Login über das vorgesehene Sicherheitsverfahren bestätigt wurde, gelte eine Zahlung als genehmigt.
Zudem hält die Bank fest, Kühne habe die empfohlenen Sicherheitsmassnahmen abgelehnt.
Ob der 60-jährige nun rechtliche Schritte einleiten wird, weiss er noch nicht. Gegenüber «ZO Online» sagt er: «Das mindeste, was ich von meiner Bank will, ist, dass sie sich ein bisschen kulant zeigt.»
Die Masche ist bereits bekannt. Erst kürzlich berichtete Nau.ch über den Fall eines Luzerners, der auch auf den Trick hereinfiel. Im letzten Moment verhinderte er aber noch Schlimmeres.








