Stadt Zürich

Befragung: Sexismus ist in Zürcher Stadtverwaltung weitverbreitet

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

Zürich,

Eine Befragung zeigt: Sexismus ist in der Zürcher Stadtverwaltung keine Seltenheit. Frauen sind oft mit sexistischen Sprüchen konfrontiert.

sexismus büro
Die Untersuchung offenbart Diskriminierungen gegenüber Frauen mit Menstruationsbeschwerden. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Befragung zeigt: Sexismus ist in der Zürcher Stadtverwaltung keine Seltenheit.
  • Frauen sind im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden mit Sexismus konfrontiert.
  • Die Stadt Zürich will handeln und eine neue Arbeitsgruppe gründen.

Ein kürzlich veröffentlichte Befragung der Uni Bern im Auftrag der Stadt Zürich zeigt: In der Zürcher Stadtverwaltung ist Sexismus weit verbreitet.

Von den 10'000 Mitarbeiterinnen, die an der Befragung teilnahmen, berichteten 1500 von negativen Reaktionen aufgrund ihrer Menstruationsbeschwerden.

Der Bericht enthält zahlreiche Beispiele für sexistische Sprüche im Zusammenhang mit der Periode. Eines davon: «Deiner Laune nach hast du deine Tage, nimm eine Tablette, dann geht das schon.»

Hast du im Berufsleben schon einmal Sexismus erlebt?

Eine andere sagte in der Befragung: «Es fallen immer wieder Sprüche im Sinne von: ‹Hast du deine Tage? Bist du so gereizt oder tust du so schwierig?› Nicht unbedingt in Bezug auf die Menstruationsbeschwerden, sondern allgemein.»

Oder: «Ich habe mitgeteilt, dass ich wegen Menstruations­beschwerden nach Hause gehe, mein Vorgesetzter meinte dazu: ‹Nächstes Mal gerne weniger Details.›»

Eine berichtet, man habe genau angeben müssen, wieso man krank sei, auch, wenn es nur ein Tag war. «Ich habe seitdem nicht mehr gesagt, dass ich wegen Mens­beschwerden zu Hause bleibe. Sondern wegen Migräne, das wird häufig ohne Nachfragen akzeptiert.»

41 Prozent der Befragten empfinden das Klima als «nicht offen»

Diese unangenehmen Erfahrungen stammten hauptsächlich von Kollegen und Vorgesetzten innerhalb der Verwaltung.

Zudem zeigte sich eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Arbeitsumfeld: 41 Prozent empfanden das Klima als «nicht offen», während 16 Prozent ihre Vorgesetzten als «nicht unterstützend» ansahen.

Die Erhebung wurde durch das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung IZFG der Universität Bern durchgeführt.

Stadt reagiert mit Arbeitsgruppe

Die Ergebnisse der Befragung haben die Stadtverwaltung zum Handeln bewogen.

Claudia Nägeli, Sprecherin des Finanzdepartements, erklärt gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Das Thema wurde umgehend in die bestehenden Informations- und Sensibilisierungs­unterlagen aufgenommen».

Sprichst du im Job über deine Menstruationsbeschwerden?

Darüber hinaus sollen ab April «ergänzende Massnahmen» ergriffen werden.

Eine neu gegründete Arbeitsgruppe werde sich speziell mit dem Thema auseinandersetzen. Sie soll Strategien entwickeln, um Mitarbeiterinnen mit starken Menstruationsbeschwerden zu unterstützen.

Laut Nägeli sei es aber schwierig, konkrete Schritte zu unternehmen: «Da die Aussagen im Bericht anonym sind, können wir die Vorfälle nicht zuordnen und auch nicht konkret darauf reagieren».

Sie betont jedoch den vorhandenen Support für Betroffene durch Fachstellen für Gleichstellung oder Vertrauenspersonen in den jeweiligen Departementen.

Weiterlesen

Urlaub Ferien Stadt Zürich
14 Interaktionen
Neid

Mehr aus Stadt Zürich

Tribünen-Zeugnis
40 Interaktionen
Tribünenzeugnis
Coronavirus.
5 Interaktionen
Zürich
Zürich Basel ESC Polizisten
2 Interaktionen
Retourkutsche?

Mehr aus Zürich

FC Zürich
40 Interaktionen
Derby-Sieg gegen GC
55 Interaktionen
Meilen ZH