Stadt Zürich

Kunsthaus Zürich bleibt meistbesuchtes Kunstmuseum der Schweiz

Kunsthaus Zürich
Kunsthaus Zürich

Zürich,

Am 8. Juni 2026 fand die 131. Generalversammlung der Zürcher Kunst­gesellschaft statt. Sie bestätigt: Das Kunsthaus Zürich bleibt gesellschaftlich relevant.

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Das Kunsthaus Zürich am Heimplatz. - Keystone

Wie das Kunsthaus Zürich mitteilt, verabschiedeten die Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft im Rahmen ihrer 131. Generalversammlung am 8. Juni 2026 den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2025 mit grosser Mehrheit und bekräftigten damit den eingeschlagenen Kurs zur langfristigen Stabilisierung des Kunsthauses.

Gleichzeitig würdigten sie die ersten Fortschritte bei der schrittweisen Stabilisierung der finanziellen Situation.

Wahlen und personelle Veränderungen im Vorstand

Die Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft bestätigten mit grosser Mehrheit Dr. Ulrich Sigg als Vorstandsmitglied für weitere drei Jahre in seinem Amt.

Der Jahresbericht wurde von den Mitgliedern ebenso genehmigt wie die Jahresrechnung 2025. Der Vorstand wurde daraufhin für das Vereinsjahr 2025 entlastet.

PricewaterhouseCoopers wurde als Revisionsstelle für eine weitere einjährige Amtsdauer wiedergewählt.

Am 27. Mai 2026 endete die Amtszeit von Corine Mauch als Zürcher Stadtpräsidentin. Ihren Sitz im Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft übernimmt Suzanne Naef Thalmann, Stabschefin des Stadtpräsidenten. Corine Mauch wurde mit grossem Applaus verdankt und Suzanne Naef Thalmann herzlich willkommen geheissen.

Zweithöchste Besuchszahl der Kunsthaus-Geschichte

Mit über 539’500 Besuchern verzeichnete das Kunsthaus Zürich 2025 die zweithöchste Besuchszahl seiner Geschichte und bleibt damit das meistbesuchte Kunstmuseum der Schweiz.

Erstmals wurden im frei zugänglichen Foyer und Garten des Chipperfield-Baus Auftragsarbeiten realisiert. In der von Privatpersonen und Stiftungen finanzierten Reihe «Kunst für alle» wurden Installationen von Jeffrey Gibson und Monster Chetwynd zu Publikumslieblingen.

Jahresrechnung 2025 fällt besser aus als budgetiert

Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Verlust von 1’425’684 Franken (Vorjahr: 1’529’490 Franken) ab. Damit fällt das Ergebnis besser aus als budgetiert.

Der Betriebserfolg konnte zwar deutlich verbessert werden, dies ist jedoch wesentlich auf einen einmaligen Effekt zurückzuführen: den Verkauf eines Kunstwerks im Rahmen einer einvernehmlichen Lösung mit den Erben des Sammlers Carl Sachs.

Die Vereinbarung steht im Einklang mit der Provenienzstrategie des Kunsthaus Zürich und dem Grundsatz, bei substantiierten Hinweisen auf NS-verfolgungsbedingten Entzug faire und gerechte Lösungen anzustreben.

Der Erlösanteil des Kunsthauses wurde gemäss den Richtlinien des International Council of Museums (ICOM) dem Sammlungsfonds zugeführt. Verkäufe von Werken zur Finanzierung des laufenden Betriebs sind nach den im Museumswesen geltenden ethischen Standards grundsätzlich nicht vorgesehen.

Finanzielle Stabilisierung bleibt im Fokus

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt das strukturelle Defizit eine zentrale Herausforderung. Der Betrieb des erweiterten Kunsthauses ist mit dauerhaft erhöhten Anforderungen verbunden, insbesondere in den Bereichen Personal, Sicherheit und Infrastruktur.

Diese strukturellen Kosten lassen sich auch bei hoher Eigenleistung nicht vollständig durch eigene Einnahmen decken. Eine angemessene öffentliche Finanzierung bleibt daher zentral, um den Betrieb langfristig zu sichern.

Im Oktober 2024 hat die Zürcher Kunstgesellschaft bei der Stadt Zürich einen Antrag auf Erhöhung der Subventionen gestellt, um die strukturell gestiegenen Betriebskosten des erweiterten Kunsthauses langfristig abzusichern. Der Gemeinderat hat einem entsprechenden Antrag des Stadtrats im Frühjahr 2026 mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Eine Volksabstimmung über die zukünftige Finanzierung des Kunsthauses wird voraussichtlich im Herbst 2026 stattfinden.

Das Kunsthaus Zürich hält an seinem Ziel fest, die finanzielle Situation schrittweise zu stabilisieren und bis Ende 2027 eine ausgeglichene Jahresrechnung zu erreichen. Die vor zwei Jahren eingeleiteten Massnahmen zur finanziellen Stabilisierung zeigen erste Wirkung. Der Betrieb konnte effizienter organisiert und der Verlust im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden.

Breit abgestützte Finanzierung

Als Institution, die historisch aus dem Zusammenspiel von öffentlichem Engagement und privater Initiative hervorgegangen ist, verfolgt das Kunsthaus weiterhin eine breit abgestützte und diverse Finanzierung.

Entsprechend leisteten auch 2025 die eigenwirtschaftlichen Erträge einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Kunsthauses.

Diese zeigten eine stabile Entwicklung, und mit einem Eigenfinanzierungsgrad von rund 50 Prozent nimmt das Kunsthaus im nationalen wie internationalen Branchenvergleich weiterhin eine besondere Stellung ein.

Die Mitglieder tragen diesen Kurs mit: Per 2027 werden die Mitgliederbeiträge im Durchschnitt um 10 Prozent erhöht. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen finanziellen Stabilität des Kunsthauses.

Starke Signale für die Zukunft

ZKG-Präsident Philipp Hildebrand dankte den anwesenden Mitgliedern für ihr Vertrauen. Er betonte, dass die Herausforderungen der Gegenwart eine gemeinsame Kraftanstrengung erfordern – getragen von öffentlicher Hand, privater Unterstützung und dem inneren Gestaltungswillen des Kunsthauses.

Seit über einem Jahrhundert wird das Kunsthaus Zürich von Stadt und Bürgerschaft gemeinsam getragen – eine demokratisch legitimierte Partnerschaft, die zuletzt 2012 mit dem Ja zum Erweiterungsbau bestätigt wurde.

«Die bevorstehende Volksabstimmung ist eine wichtige Gelegenheit, über die Zukunft des Kunsthauses und seinen Beitrag für die Stadt Zürich zu sprechen», so Hildebrand. «Das Kunsthaus Zürich steht in engem Austausch mit der internationalen Kunstwelt und strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus. Gleichzeitig ist es fest in Zürich verankert und für die Menschen dieser Stadt da. Wir gehen diesen Weg mit Zuversicht – getragen von der Unterstützung unserer Mitglieder, unserer Partner sowie einer breiten Öffentlichkeit.»

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